Die italienische Börsenaufsicht Consob legt strengere Regeln für Leerverkäufe fest: Demzufolge müssen Händler, die in grösserem Umfang auf fallende Kurse italienischer Aktien wetten, ihre Geschäfte der Consob melden, sobald 0,2 Prozent des Grundkapitals einer Firma erreicht sind.

Die neuen Regeln sollten angesichts der «derzeitigen Schwankungen» die Kontrollmöglichkeiten der Aufsichtsbehörde erhöhen, teilte die Consob mit. Die neuen Vorschriften traten am Morgen in Kraft und gelten zunächst bis zum 9. September.

Am Freitag waren die Kurse der italienischen Bankaktien wegen der Sorge um eine Ausweitung der Schuldenkrise auf Italien stark gefallen.

So funktionieren Leerverkäufe

Bei Leerverkäufen wetten Spekulanten auf fallende Kurse von Aktien oder staatlichen Schuldpapieren. Sie leihen sich die Aktien oder Anleihen von einem dritten Anbieter für eine bestimmte Zeit aus und verkaufen sie sofort zum aktuellen Kurswert weiter.

Rechtzeitig zum Ablauf der Leihfrist kaufen sie die Papiere dann für die Rückgabe an den Verleiher am Markt zurück - und das in der Hoffnung, dass deren Preis inzwischen gefallen ist. Die Kursdifferenz abzüglich der Leihgebühr ist ihr Gewinn.

Geschäfte dieser Art stehen im Verdacht, die Nervosität der globalen Finanzmärkte gerade in Krisenzeiten zusätzlich zu verstärken.

(cms/tno/sda)

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