Der Supertaifun vor «Neoguri» hat sich etwas abgeschwächt, berichtet das «Joint Typhoon Warning Center». Dennoch bringt es der Rekordsturm noch immer auf Windstärken von 180 bis 210 Kilometer in der Stunde. Die japanische Behörde für Meteorologie stellte Warnungen für die Küstengebiete südlich von Nagasaki aus und liess kleinere Inseln evakuieren.

Ist die akute Gefahr bei einem Taifun gebannt, offenbart sich erst der materielle Schaden. Bei dem Sturm «Haiyan» etwa, der 2013 auf den Philippinen tobte, entstanden Schäden in einem Wert von 6,5 bis 14,5 Milliarden Dollar. Da die arme Landbevölkerung nur selten versichert war, waren davon nur 300 bis 700 Millionen Dollar gedeckt. In Japan sieht die Lage anders aus: Hier ist die Bevölkerung wohlhabender und besser abgesichert.

Versicherungen wollen das Risko weitergeben

Allerdings sind übliche Versicherungen nicht bereit, allein das Risiko in Gebieten auf sich zu nehmen, die oft von Naturkatastrophen heimgesucht werden. Daher können Versicherungen, Rückversicherungen und grössere Gesellschaften ihre Risiken, die sie nicht tragen möchten oder ihre Kapazität übersteigen, mit sogenannten CAT Bonds verbriefen. Die Katastrophenanleihen locken Hedgefonds und andere Investoren mit hohen Renditen. Das lohnt sich, solange es keine Sturmschäden gibt. Tritt jedoch ein Schadenfall ein, können die Investoren ihren Einsatz verlieren.

Anzeige

Deswegen sind Katastrophenanleihen wie «Aozora Re», «Akibare II» und Kizuna Re» durch das Unwetter exponiert, wie das Anlageportal Artemis berichtet. Die Papiere decken durch den Taifun verursachte Versicherungsleistungen von verschiedenen japanischen Versicherungen ab. In der aktuellen Situation schätzt Artemis die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsverpflichtung für Investoren jedoch als gering ein. Nur bei den Akibare-II-Anleihen sei es schwer, eine Einschätzung zu treffen – die Papiere funktionieren nach komplexen «Loss-Trigger-Modellen, deren Entwicklung schwer einzuschätzen sei.