Russland macht in Sachen Krim weiter auf vollendete Tatsachen. Das Land will das Ergebnis der geplanten Abstimmung zum künftigen Status der Halbinsel akzeptieren. Dies beschlossen die beiden Parlamentskammern in Moskau. JP Morgan Chase empfiehlt Anlegern wegen den Spannungen nun, sich von russischen Aktien zu trennen.

Ausländische Investoren würden bereits jetzt zunehmend ihre russischen Aktien-Bestände reduzieren, so die amerikanische Investmentbank. Dies umso mehr, da die im Januar gehaltenen Positionen auf Russland um das Doppelte des langfristigen Durchschnitts gestiegen seien, schreibt die Nachrichtenagentur «Bloomberg». JP Morgan hat ihr Rating für russische Aktien von «Übergewichten» auf «Untergewichten» gesenkt.

Index um 10 Prozent eingebrochen

Die US-Bank sieht weitere Turbulenzen auf die russischen Märkte zukommen. Jüngst haben die USA und die EU Sanktionen über Russland verhängt, nachdem Präsident Vladimir Putin seine Truppen in der Ukraine aufgebaut und die weltweite Angst vor einem Krieg geschürt hatte. In den letzten zwei Wochen ist der Moskauer Aktienindex Micex um rund 10 Prozent eingebrochen.

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Zudem hatte die russische Notenbank dieses Woche den Leitzins überraschend um 1,5 Basispunkte auf 7 Prozent angehoben. Mit dem ersten Zinsschritt seit 17 Monaten wollen die Währungshüter dem russischen Rubel wieder Auftrieb verleihen. Die Landeswährung war wegen der Sorge vor einer Eskalation der Lage in der Ukraine zum US-Dollar auf ein neues Rekordtief abgerutscht

«Kurzfristiger Aufschwung ist unwahrscheinlich»

Laut JP Morgan werde der Zinsansteig die russische Wirtschaft und die Aktienkurse zusätzlich belasten. «Ein kurzfristiger Aufschwung ist unwahrscheinlich», zitiert «Bloomberg» die Bank. Der schwächere Rubel, die höhere Inflation und das schwindende Vertrauen in die lokale Wirtschaft würden die heimische Nachfrage und Investitionen bremsen.