Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rekordjagd haben die US-Börsen auch zum Wochenauftakt belastet. Während sich Anleger am Freitag allerdings vor allem von solchen Papieren trennten, die zuletzt stark zugelegt hatten, griff die Verkaufwelle am Montag auch auf andere Titel über.

Zudem blieben die Investoren vor Beginn der Bilanzsaison zurückhaltend. Bei den im Index S&P 500 gelisteten Firmen wird Daten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge nur noch ein Gewinnanstieg von im Schnitt 1,2 Prozent zum Vorjahr erwartet. Im Januar waren die Vorhersagen mit 6,5 Prozent noch deutlich optimistischer. Befürchtet wird, dass der strenge Winter in den USA den Unternehmen zugesetzt haben könnte.

«Hässliche Kehrtwende» am Freitag

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16'245 Punkten etwa ein Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 16'244 und 16'421 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1845 Zählern fast 1,1 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 1,16 Prozent und schloss bei 4079 Punkten. 

Anzeige

Ryan Detrick von Schaeffer's Investment Research sprach von einer Fortsetzung der «hässlichen Kehrtwende» vom Freitag. «Was wirklich Sorge macht, ist die breite, grundlegende Schwäche bei so vielen Aktien», sagte er. Diese betreffe jetzt verschiede Sektoren und ziehe damit den ganzen Aktienmarkt nach unten. Von den zehn grossen Sektoren des S&P zeigten nur die defensiven Gruppen wie Versorger und Konsumtitel eine positive Tendenz.

Pharmariese Pfizer als grösster Verlierer

Zu den grössten Verlierern gehörten die Aktien des Pharmakonzerns Pfizer. Sie gaben nach der Veröffentlichung des Zwischenergebnisses einer Studie fast drei Prozent nach. Die Überlebensrate von Patienten, die mit einem neuen Mittel gegen Brustkrebs behandelt wurden, war statistisch nicht signifikant gestiegen.

Ebenfalls aus dem Pharmasektor kommt Agios, deren Aktien allerdings um 27,8 Prozent stiegen. Das Unternehmen hat von ermutigenden Daten aus einer Medikamentenstudie berichtet.

834 Millionen Aktien wechseln Besitzer

Kräftig zulegen konnten die Titel des Pharmakonzerns Questcor mit einem Plus von 18,7 Prozent. Der Rivale Mallinckrodt will Questcor für 5,6 Milliarden Dollar kaufen. Papiere von Mallinckrodt sanken um 2,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 834 Millionen Aktien den Besitzer. 828 Werte legten zu, 2214 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,52 Milliarden Aktien 623 im Plus, 2001 im Minus und 113 unverändert.

(reuters/vst)