Die Angst vor einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und den Islamisten im Irak und die Krise in der Ukraine haben die Schweizer Börse am Freitag kräftig ins Minus gedrückt. «Wir haben die Probleme in der Ukraine und im Irak lange ignoriert», sagte ein Händler. «Jetzt hat die Unsicherheit über die Folgen dieser Krisen ein Mass angenommen, wo das nicht länger möglich ist.»

Der SMI rutschte vorübergehend unter den Stand vom Jahresanfang. Kurz vor Schluss notierte der Leitindex noch um 0,5 Prozent schwächer bei 8264 Punkten. Vor einer Woche stand der SMI bei 8410 Zählern.

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Charttechnik zeigt abwärts

Zunehmend werde spekuliert, dass es an den Märkten nicht nur zu einer Korrektur sondern zu einem regelrechten Einbruch kommen könnte. «Lange lautete das Motto: In Schwächephasen kaufen», erklärte ein Börsianer. «Jetzt folgen die Anleger der Regel: In der Stärke verkaufen.» 

Charttechnische Faktoren könnten den Abwärtstrend verstärken. Den Spezialisten der Zürcher Kantonalbank zufolge durchbrach der SMI bei 8230 Punkten eine wichtige Unterstützungsmarke und könnte bis auf 8100 Zähler abrutschen.

Ein Hoffnungsschimmer geht von den hohen Liquiditätsbeständen aus. Diese Gelder müssten früher oder später veranlagt werden, hiess es im Markt. Bei der Thurgauer Kantonalbank werden Bankchef Peter Hinder zufolge 58 Prozent der Kundenvermögen als Barmittel gehalten.

(reuters/vst)