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Börse
Kurssturz: Dax rutscht unter 11'000 Punkte

Börse in Frankfurt: Griechen-Debatte belastet die Märkte. Keystone

Der Schweizer SMI hatte zu Wochenbeginn schon zu kämpfen. Doch der deutsche Leitindex Dax verliert drastisch, bis zum Mittag knapp 2 Prozent auf unter 11'000 Punkte.

Veröffentlicht am 15.06.2015

Der deutsche Leitindex Dax steht bei weniger als 11'000 Punkten. Er hat damit seit dem Morgen 1.9 Prozent verloren. Zuvor war bereits der Schweizer SMI auf unter 9000 Punkte gerutscht.

Beide Indizes waren von der ungelösten Griechenland-Frage belastet. Über das Wochenende hatte sich die Lage im Schuldenstreit mit Griechenland nochmals zugespitzt. Ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker scheiterte. Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis dringt zudem auf einen Schuldenerlass.

Marke von 11'000 Punkten verteidigt

Am Vormittag hatte der Dax die Marke von 11'000 Punkten noch verteidigen können, nachdem er vergangene Woche bereits einmal unter die psycholigisch wichtige Marke gefallen war. Auch der Schweizer SMI hatte in der Vorwoche Federn gelassen. Zuvor war vor allem der Dax im Auftrieb und steuerte auf den Rekordstand von 12'000 Punkten zu.

Die weiteren Verhandlungen mit Griechenland müssen jetzt in der Eurogruppe geführt werden. Das nächste Treffen der Euro-Finanzminister ist am Donnerstag geplant. Die Zeit für eine Einigung wird eng: Am 30. Juni läuft das Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht dem Land der Staatsbankrott. Ende Juni muss Athen zudem rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen.

Gefahr einer griechischen Staatspleite droht

Die griechische Regierung bleibe in ihrem Parallel-Universum und komme womöglich erst wieder auf dem Planeten Erde an, wenn ein Zahlungsrückstand beim IWF nicht mehr zu vermeiden sei, schrieb der Chefvolkswirt der Bank Unicredit, Erik Nielsen, in einem Wochenendkommentar.

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nimmt die Gefahr einer Staatspleite Griechenlands zu. «Die Zeit läuft ab, die Wahrscheinlichkeit, dass keine Lösung gefunden wird, steigt von Tag zu Tag», sagte Weidmann bei einem Symposium der Bundesbank in Frankfurt. «Es scheint an Einigungsbereitschaft zu fehlen.»

(me)

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