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Mittagsbörse: Warten auf den Gipfel, Adecco geben nach

Der Schweizer Aktienmarkt steht leicht im Minus. Vor dem EU-Gipfel am Abend zeigen sich die Anleger zurückhaltend. Deutliche Verluste müssen Adecco und Von Roll hinnehmen.

Veröffentlicht am 26.10.2011

Nach einem verhaltenen Start hat der SMI am Vormittag vorübergehend knapp die Gewinnzone erreicht, ehe er wieder etwas in Minus zurückfiel. Das Geschäft sei im Vorfeld des EU-Gipfels etwas orientierungslos und von Zurückhaltung geprägt, hiess es in Marktkreisen. Daran dürfte sich im heutigen Tagesverlauf auch nicht mehr viel ändern.

Erste Resultate vom Gipfel, welcher den grossen Befreiungsschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise bringen soll, sind nicht vor dem Abend zu erwarten. In Deutschland allerdings steht im Tagesverlauf die Abstimmung im deutschen Bundestag über den Rettungsschirm EFSF an, bei der allerdings mit einer breiten Rückendeckung für den Kurs von Kanzlerin Merkel gerechnet wird.

Der SMI geht bis um 11.55 Uhr 0,24 Prozent auf 5695 Punkte zurück. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,27 Prozent auf 867 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,24 Prozent auf 5172 Punkte.

Konjunkturdaten belasten Adecco

Adecco (-2,9 Prozent) geben derzeit am meisten nach. Der Titel leide verstärkt unter den am Vortag in den USA vorgelegten enttäuschenden Konjunkturdaten, hiess es in Marktkreisen. Zudem hätten sich Adecco in den vergangenen Wochen auch sehr gut entwickelt, weshalb es nun vereinzelt zu Gewinnmitnahmen komme.

Hinter Adecco stehen Transocean, SGS (je -1,7 Prozent) und Givaudan (-1,4 Prozent) am stärksten unter Druck.

Schindler (-1,3 Prozent) büssen in ähnlichem Stil ein, nachdem die Aktie noch mit Gewinn in die Sitzung gestartet war. Die am Morgen vorgelegten Zahlen haben die Erwartungen in etwa getroffen, wobei die Gewinnziffern eher am oberen Ende lagen. Analysten lobten denn auch die besseren Margen und sehen die langfristigen Wachstumsaussichten intakt. Weniger erfreulich ist dagegen der Ausblick ausgefallen. Der starke Franken hatte bereits im Halbjahresergebnis deutliche Spuren hinterlassen und droht nun auch das zweite Semester deutlicher als bislang angenommen zu belasten.

Novartis (-0,8 Prozent) belasten den Gesamtmarkt nach der schwachen Vortagesperformance in Verbindung mit den Neunmonatszahlen erneut, ebenso Nestlé (-0,3 Prozent), dies allerdings moderater.

ABB im breiten Mittelfeld

ABB (-0,5 Prozent) gehören nach Bekanntgabe eines eher kleinen Grossauftrages zum breiten Mittelfeld. ABB wird am Donnerstag die Quartalszahlen publizieren. Auch Clariant (-1,1 Prozent) fallen nach einer kleineren Akquisition in Deutschland nicht gross auf.

Demgegenüber stützen Roche (+0,6 Prozent) sowie CS (+0,7 Prozent) und UBS (+1,1 Prozent) den Markt. Logitech (+0,5 Prozent) legen ebenfalls im Vorfeld der Quartalszahlen (Q2) etwas zu.

Im breiten Markt ziehen Sulzer (+1,0 Prozent) gegen den Trend etwas an. Das Unternehmen hat am Morgen bekanntgegeben, dass Finanzchef Jürgen Brandt interimistisch nun auch zum CEO ernannt wird.

Life Watch gefragt

Life Watch (+5,0 Prozent) gehören ebenfalls zu den gefragten Aktien, nachdem am Vorabend der Stand der Anzahl der Neu-Verträge, die in den USA seit Jahresbeginn geschlossen wurden, publiziert wurde.

AFG (+2,8 Prozent) erhalten von einem Interview des CEO Daniel Furtig in der «Finanz und Wirtschaft» etwas Rückenwind. Dieser stellte für das Gesamtjahr einen Reingewinn in Aussicht, nachdem das erste Semester noch verlustbringend abgeschlossen wurde.

Von Roll (-3,3 Prozent) büssen im Anschluss an die Neunmonatszahlen dagegen an Terrain ein. Der Bestellungseingang habe in allen Divisionen die Erwartungen verfehlt, hiess es dazu in Marktkreisen.

(laf/tno/sda)

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