Die Wichtigkeit der nachhaltigen Beschaffung von Rohstoffen werde von Analysten unterschätzt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Bank J. Safra Sarasin. In der klassischen Unternehmensanalyse stehe meist der Preis der Rohstoffe im Fokus. Woher diese kommen, werde in Zukunft aber immer wichtiger, auch für Anleger.

«Rohstoffe sind die Grundlage der Nahrungsmittelproduzenten. Wenn sie diese nicht nachhaltig einkaufen, zerstören sie ihre eigene Grundlage», argumentiert Patrick Hasenböhler. Zudem werde Nachhaltigkeit immer stärker von den Konsumenten verlangt, so der  Ko-Autor der Studie weiter.

Umdenken hat eingesetzt

Bei den Unternehmen habe ein Umdenken bereits eingesetzt. «In der Nahrungsmittelindustrie ist das Thema angekommen, auch wenn auf Unternehmerseite noch mehr gemacht werden könnte», sagt Hasenböhler. Der Druck sei gross, insbesondere in Bezug auf den Ruf von Unternehmen.

Trotzdem gibt es noch negative Beispiele –  Nahrungsmittelproduzenten, die knallhart auf den Preis setzen. «Kurzfristig kann Nachhaltigkeit kosten», sagt Hasenböhler. Langfristig lohne sie sich aber, denn «obwohl Konsumenten beim Kauf primär auf den Preis achten, sind sie nicht mehr bereit, einen Skandal in der Lebensmittelbranche zu akzeptieren.» Langfristig könnten sich deswegen nur jene Unternehmen durchsetzen, die ihren Fokus auch auf Nachhaltigkeit setzen.

Investierbare nachhaltige Anlageprodukte

Die Bank J. Safra Sarasinhat in ihrer Studie ermittelt, welche Unternehmen in ihrer Umwelt- und Sozialperformance im Vergleich zu ihren Mitbewerbern am stärksten sind. In der Bewertung wird die Beschaffung von Agrargütern mit über einem Drittel gewichtet. Nur gerade fünf der im Rahmen der Studie betrachteten Nahrungsmittelkonzerne erreichten den Ritterschlag der Bank J. Safra Sarasin – gelten als «investierbar» für die nachhaltigen Anlageprodukte (siehe Bildstrecke).

Weitere Konzerne wie Kelloggs, Kraft Foods, Mondelez und General Mills erreichten die dafür nötige Hürde nicht, obwohl ihre Bewertung der Nachhaltigkeit als durchschnittlich beurteilt wird und sie durchaus Anstrengungen bezüglich Ressourcen unternehmen. Dies weil der ganze Sektor von der Bank J. Safra Sarasin als unterdurchschnittlich eingestuft wird.

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