Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch leichter in den Handel gestartet, hat aber mittlerweile ins Plus gedreht. Der Handel ist auch am Berichtstag sehr nervös und volatil. Die zuletzt erreichten Kursgewinne werden von Händlern mit den Aussagen von EU-Kommissionspräsident Barroso begründet. Dieser habe in Aussicht gestellt, bald Massnahmen für die mögliche Einführung von Eurobonds zu präsentieren.

Weiterhin im Blick bleibt jedoch die europäische Schuldenkrise. Auch die anfängliche Hoffnung auf China als potentiellen Retter haben sich indes verflüchtigt, nachdem das Reich der Mitte Investitionen eine Absage erteilte, solange die USA und Europa ihren Staatshaushalte noch nicht im Griff haben. Einmal mehr im Fokus stehen am heutigen Handelstag Bankentitel. Für neue Impulse könnten am Nachmittag US-Konjunkturdaten sorgen. So werden die Erzeugerpreise und der Einzelhandelsumsatz publiziert. Zudem stehen die Lagerbestände und der Ölbericht des Energieministerium zur Veröffentlichung an.

Bis um 09.38 Uhr gewinnt der SMI 0,49 Prozent auf 5385,51 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt derweil um 0,65 Prozent auf 807,08 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,47 Prozent auf 4901,75 Punkte.

Finanztitel, die mit klaren Abgaben eröffneten, haben mittlerweile die Verluste eingedampft oder gar schon ins Plus gedreht, nachdem der EU-Kommissionspräsident Barros ankündigte, bald Massnahmen für die mögliche Einführung von Eurobonds zu präsentieren. UBS (-0,1 Prozent) und CS (-0,1 Prozent) zeigen sich noch mit kleinen Abgaben. Julius Bär gewinnen 0,2 Prozent. Aber auch die Versicherungstitel ZFS (+0,1 Prozent), Swiss Re (unv.) und Swiss Life (+0,3 Prozent Prozent) erholen sich.

Herabstufung von zwei französischen Grossbanken belasten

Das Sentiment für den Sektor bleibe aber belastet, hiess es im Handel. So habe die französische BNP Paribas ihre Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen erhöht und will das amerikanische Investmentbanking zurückfahren. Ferner hat die Ratingangentur Moody's die französischen Grossbanken Credit Agricole und Societe Generale zurückgestuft.

Bei den defensiven Schwergewichten zeigt sich ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Während Nestlé (-0,2 Prozent) nachgeben und den SMI damit etwas belasten, notieren Novartis (+1,5 Prozent) nach dem gestrigen Investorentag in London und Roche (+0,7 Prozent) fester. Bei Nestlé haben sowohl HSBC das Kursziel als auch Kepler die Einstufung auf «Hold» von bisher »Buy» gesenkt.

Fester notieren auch Transocean (+1,1 Prozent) und Weatherford (+1,1 Prozent). Das Wall Street Journal hat in einem Artikel die Resultate des US-Untersuchungsberichts zum Deepwater-Horizon Unglück vorweggenommen, wonach die Hauptschuld bei BP gesehen wird. Transocean wird darin teilweise entlastet, wie das Blatt unter Berufung auf eine mit dem Bericht vertraute Person schreibt.

Mit einem wahren Kursfeuerwerk präsentieren sich Sonova (+9,5 Prozent). Der Hörgerätehersteller hat am Vorabend bekannt gegeben, dass die Hörimplantate der Tochter Advanced Bionics in den USA die Marktzulassung zurückbekommen haben. Damit kann Sonova in allen wichtigen Märkten ihre Hörimplantate verkaufen. Die UBS hat in Reaktion darauf die Einstufung auf «Buy» von bisher «Neutral» erhöht und auch das Kursziel um 10 Franken auf neu 79 Franken angehoben.

(rcv/awp)