Für die eigentlich gute Stimmung am Markt sorgen neue Konjunkturhoffnungen nach den positiven Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke vom Freitag und guten US-Konjunkturdaten vom Vortag. In der Folge stieg der US-Leitindex Dow Jones auf einen Höchststand seit Anfang August.

Etwas vorsichtiger zeigten sich die Anleger in Asien. Der wichtigste Finanzplatz in Japan schloss aber immer noch mit einem deutlichen Plus von mehr als 1 Prozent. Auf die wieder gestiegene Risikofreude am Markt deutet auch der fallende Goldpreis hin. Für Impulse könnten im weiteren Verlauf verschiedene Konjunkturdaten aus Europa und den USA sorgen.

Bis um 09.30 Uhr steigt der SMI um 0,02 Prozent auf 5'447,43 Punkte. Der 30 Titel umfassende, um die Gewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) legt um 0,41 Prozent auf 820,02 Zähler zu und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,15 Prozent auf 4'971,18 Punkte.

Mit Bâloise (-0,1 Prozent) hat der letzte Blue Chip seine Zahlen für das erste Semester vorgelegt. Der Versicherer konnte damit die Anleger aber nicht überzeugen. Analysten bezeichneten das Ergebnis als durchzogen. Enttäuschend sei vor allem die Ertragsentwicklung im Nichtleben-Geschäft. Positiv überrasche hingegen das Ergebnis im Lebensversicherungsbereich.

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Finanzpapiere grösstenteils Gewinner

Die weiteren Finanzpapiere gehören hingegen mit zu den grössten Gewinnern im SMI/SLI. UBS legen um 1,3 Prozent zu, Julius Bär um 1,7 Prozent und Credit Suisse gar um 1,8 Prozent. Swiss Re (+1,1 Prozent), Swiss Life (+1,1 Prozent) und ZFS (+1,0 Prozent) entwickeln sich ebenfalls besser als der Durchschnitt.

Am höchsten sind die Gewinne aber bei Sonova (+2,2 Prozent) und auch Clariant (+1,7 Prozent) positionieren sich an der Spitze, allerdings gibt es dazu keine fundamentalen Neuigkeiten.

Weitere konjunktursensitive Papiere wie Kühne + Nagel (+1,1 Prozent), Adecco (+0,8 Prozent) oder Holcim (+0,3 Prozent) liegen im Plus. Die Aktien des Baustoffhersteller wird dabei von einer Kurszielsenkung durch die UBS etwas zurückgebunden.

Auch bei den beiden Luxusgüterherstellern Richemont (-0,2 Prozent) und Swatch (-0,1 Prozent) werden von einem Analystenkommentar belastet. Die Deutsche Bank hat ihre Kursziele für die beiden Papiere reduziert und verweist dabei auf ihr neues Makro-Szenario und damit verbunden erhöhte Risiken in den kommenden Jahren. Sie rechnet mit einem Rückgang der Nachfrage.

Stärkste Abgaben bei Nestlé

Die stärksten Abgaben verzeichnen derzeit Nestlé (-1,6 Prozent) und halten als Schwergewicht auch die Aufschläge des SMI deutlich in Zaum. Marktteilnehmer verweisen dabei auf einen negativen Analystenkommentar aus dem Hause Bernstein. Novartis (+0,1 Prozent) und Roche (+0,7 Prozent) schneiden deutlich besser ab.

Dank guten Halbjahreszahlen legen in der zweiten Reihe die Zahlen von Bossard (+3,3 Prozent) zu. Der Schraubenhändler hat nach dem Rekordvorjahr erneut zugelegt und die Erwartungen der Experten bei der Profitabilität übertroffen.

Das Semesterergebnis hat zudem VP Bank (unv.), Shape Capital (+1,0 Prozent), Romande Energie (-0,2 Prozent) und Santhera (-0,8 Prozent) vorgelegt. Das Pharmaunternehmen will sich künftig auf die Weiterentwicklung des Leadprodukts Catena konzentrieren und passt in der Folge die Unternehmensstrukturen an um die Finanzierung bis 2013 zu sichern. Dabei verkleinert Santhera die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat.

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(laf/rcv/awp)