Apple ist vielleicht der erfolgreichste Loser aller Zeiten: Immer noch wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt, immer noch die wertvollste Marke, Margen-König, Produzent einer Ikone des Digitalzeitalters – und an der Börse gebeutelt wie derzeit kein zweites grosses Tech-Unternehmen.

In zwei Wochen wird Apple verkünden, wie viele iPhones es im vergangenen Quartal, das im Dezember endete, verkauft hat. Es ist traditionell das wichtigste Quartal des Konzerns, weil es das Weihnachtsgeschäft beinhaltet.

Absatzschätzungen gekappt

Doch für das kommende Quartal, das im März endet, haben nach negativen Nachrichten aus asiatischen Zuliefererkreisen zuletzt mindestens 17 Apple-Analysten über den Zeitraum von vier Wochen ihre Schätzungen zum iPhone-Absatz nach unten geschraubt, berichtet das US-Magazin «Fortune».

Die Aktie war nach einem insgesamt bereits unerfreulichen Jahr 2015 zum Jahresanfang noch einmal deutlich abgesackt. Dabei ist das Apple-Papier, wenn man die Gewinne zugrunde legt, deutlich günstiger bewertet als beispielsweise fast jedes Dax-Unternehmen. Zuletzt knabberte die Aktie an der 100-Dollar-Marke – im April vergangenen Jahres war sie noch 134 Dollar wert.

Chinesen wollen iPhones

Ein Analysten-Haus allerdings hält noch zu Apple: In einer am 12. Januar 2016 veröffentlichten Studie stuft die Bank of America die Apple-Aktie mit einem Kursziel von 130 Dollar als klaren «Kauf» ein, berichtet «Meedia». Damit hätte das Papier noch 30 Prozent Luft nach oben.

Gute Nachrichten für Apple kommen aus China: Eine Umfrage der Bank of America unter 1000 Chinesen ergab, dass das iPhone immer noch das beliebteste Smartphone des Landes ist, berichtet «Bloomberg».

Rätselraten um Smartwatch

Demnach nutzten 24 Prozent der Befragten ein Apple-Telefon – aber ganze 39 Prozent erwarten, dass ihr nächstes Smartphone von Apple kommt. Das deutet darauf hin, dass Apple in Zukunft gerade in China noch deutlich mehr iPhones verkauft, sobald sich mehr Chinesen das Luxustelefon leisten können.

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Auch für die Apple Watch hat der Analyst Wamsi Mohan von der US-Bank Hoffnung. Über die Verkäufe der Smartwatch herrscht grosses Rätselraten, weil sie Apple nicht einzeln ausweist. Die Bank of America geht von 22 Millionen Einheiten in diesem und 26 Millionen im kommenden Jahr aus.

Dieser Artikel ist zuerst in unserer Schwester-Publikation «Die Welt» unter dem Titel «Alle sehen schwarz für Apple – ausser einer Bank» erschienen.