1. Home
  2. Invest
  3. Nur wenige kennen den grossen Fondstrend

Strategie
Nur wenige kennen den grossen Fondstrend

Warren Buffett: Das «Orakel von Omaha» zieht ETFs anderen Fonds vor.  Keystone

Warren Buffett schwört darauf und sogar Konsumentenschützer empfehlen die Anlageklasse zum Vermögensaufbau. Doch nur jeder vierte Schweizer kennt die Produkte, die einen wahren «Siegeszug» erleben.

Von Lukas Rohner
am 17.02.2015

Die Schweizerinnen und Schweizer kennen sich in Finanzfragen ziemlich gut aus. Doch ausgerechnet bei einem ganz besonderen Fondstrend offenbaren sich grosse Wissenslücken. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Axa Investment Managers unter 1000 Deutsch- und Westschweizern. Nicht einmal jeder vierte Befragte kennt sogenannte Index-Fonds (ETF, aus dem Englischen: «Exchange Traded Funds»).

Dies ist umso überraschender, als so mancher Konsumentenschützer die indexbasierten Anlageprodukte empfiehlt und selbst Starinvestoren wie Warren Buffett regelrechte Fans dieser passiven Fonds sind. «Die Kategorie der Indexfonds scheint in der Schweizer Wohnbevölkerung noch nicht ganz so verankert zu sein, wie dies einem das breite Angebot glauben machen könnte», sagt Axa-Experte André Thali.

ETFs oft günstiger, transparenter und liquider

Bei vielen Anlegern erfreuen sich die börsenkotierten Indexfonds immer grösserer Beliebtheit, so manche Experten sprechen gar von einem «Siegeszug». ETFs werden nicht aktiv gemanagt, sondern bilden lediglich einen Aktienindex – etwa den SMI, Dax oder Dow Jones – ab. Damit zeichnen die Fonds lediglich die Entwicklung an den Märkten nach.

Oft sind Indexfonds deshalb günstiger und schneiden besser ab als aktiv geführte Fonds. Neben den meist niedrigeren Kosten zählen laut Experten auch hohe Transparenz und Liquidität zu den Vorzügen des Indexfonds.

Warren Buffett ist von ETFs überzeugt

Ein Fürsprecher von ETF-Fonds ist etwa der Basler Finanzprofessor Erwin Heri. Er empfiehlt Anlegern zum langfristigen Vermögensaufbau die Index-Fonds. In Deutschland sprechen sich die Konsumentenschützer von Stiftung Warentest angesichts der niedrigen Sparzinsen ebenfalls für ETF-Fonds aus. Am besten schnitten im Test dort die am wenigsten riskanten Fonds ab. Ein Ergebnis: Mit marktbreiten Welt-ETFs gab es 2014 höhere Zuwächse als mit einer aktiven Strategie, ziehen die Konsumentenschützer Bilanz.

Selbst Starinvestoren sind von ETFs überzeugt. So empfiehlt etwa Warren Buffett die Investition in indexbasierte Fonds. «Mein Rat an den Sachverwalter könnte nicht einfacher sein: Leg' 10 Prozent des Geldes in kurzfristige Staatsanleihen und 90 Prozent in einen äusserst günstigen S&P 500 Indexfonds», schrieb das «Orakel von Omaha» im Geschäftsbericht seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway.

Nicht einmal jeder zehnte Schweizer investiert in ETFs

Buffett ist überzeugt, dass diese Anlagestrategie langfristig bessere Erträge liefert als die Bemühungen von Pensionskassen und anderen Investoren, die teure Manager einstellen um das Geld zu verwalten. Und im Falle seines Todes, so verfügte der Investmentguru, soll immerhin sein gesamtes Bargeld dereinst in ETFs investiert werden. Seine Berkshire-Anteile sollen dann übrigens an Wohltätigkeitsverbände gehen.

Schweizer sind dagegen noch zurückhaltend. Sind Indexfonds nicht einmal jedem vierten Befragten bekannt, sind noch viel weniger darin investiert. Eine Untersuchung von über 200 Portfolios des Schweizer Konsumentenschutzes brachte für das vergangenen Jahr ans Licht, dass nich einmal jeder zehnte Privatanleger auf ETFs setzt.

Anzeige