Die Aktien des Raffinerie-Betreibers Petroplus haben am Freitag erneut deutliche Einbussen verzeichnet. Die Titel schlossen mit einem Minus von 14,29 Prozent bei 1.20 Franken.

Am Vortag war bekannt geworden, dass alle Kreditlinien des revolvierenden Betriebskredits suspendiert worden sind und der Zugang auf die verpfändeten Bankkonten bis zum Ende der Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium eingeschränkt worden ist.

Laut Petroplus laufen die Verhandlungen mit den zuständigen Banken weiter. Nächste Treffen sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Verschiedenen Analysten überprüfen derweil ihre Einschätzungen oder haben gar die Abdeckung des Titels eingestellt.

«Volatil und risikoreich»

Die aktuelle Lage von Petroplus sei undurchsichtig, schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Einerseits bestehe ein erhebliches Konkursrisiko und ein weiterer Wertzerfall der Aktie bis zu einem Totalverlust könne nicht ausgeschlossen werden. Andererseits könnten sich Massnahmen des Unternehmens oder eine Verbesserung der Rahmenbedingungen spürbar positiv auf den Aktienkurs auswirken.

Die ZKB hat die Titel derzeit mit «Marktgewichten» eingestuft. Sollte sich die Situation aber verschlechtern, behält sich die Bank vor, die «volatilen und risikoreichen» Papiere aus ihrem Researchuniversum abzusetzen.

Die Bank Vontobel hat ihre Abdeckung bereits eingestellt. Citigroup überprüft derweil ihr Rating «Sell» und das Kursziel von 3,40 Franken. Die UBS hat bereits vor zwei Tagen ihre Anlageempfehlung für die Titel auf «Neutral» von «Buy» und das Kursziel auf 2 (10) Franken reduziert.

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Auslastung von 24 Prozent

Bei den nächsten Treffen von Petroplus mit den Banken liegt der Fokus auf strategischen Optionen und anderweitigen Liquiditätsquellen, wie die Gruppe mitteilte. Zudem gab das Unternehmen am Vortag auch ein Update zum operativen Geschäftsstand der fünf Raffinerien. Ohne den voraussichtlich temporär zu schliessenden drei Raffinerien und mit der deutlich reduzierten Produktion in Coryton und Ingolstadt liege die Auslastung der Gruppe bei sehr tiefen 24 Prozent, hält die ZKB dazu fest.

Die Gewerkschaft Unia verlangte derweil am Freitagabend eine persönliche Intervention von Johann Schneider-Ammann. Der Bundesrat müsse sofort persönlich bei den Schweizer Banken intervenieren, die ihre Kredite für den Raffineriebetreiber Petroplus zurückhalten.

(rcv/awp)