Rufen Sie nicht Ihren Anlageberater an. Ihre besten Investments liegen nämlich womöglich nicht auf der Bank, sondern im Keller. Denn wie Forscher der Universitäten von Cambridge (Grossbritannien), HEC Paris (Frankreich) und Vanderbilt (USA) herausfanden, war Rotwein in den vergangenen 112 Jahren als Anlagekategorie kaum zu schlagen. Er warf im Schnitt 4,1 Prozent pro Jahr ab. Mit anderen Worten: Wer im Jahr 1900 10'000 Franken in Rotwein investiert hätte, würde nun einen Weinkeller besitzen, der 900'000 Franken Wert wäre.

Um die Performance von Wein zu erhalten, werteten die Forscher mehr als 36'300 Daten aus Versteigerungen bei den Auktionshäusern Christie's und Berry Bros & Rudd aus. Dabei wurden Flaschen der Domaines Haut-Brion, Lafite-Rothschild, Latour, Margaux und Mouton-Rothschild berücksichtigt, wie die britische Zeitung «The Telegraph» berichtet. Die reale Jahresrendite von 4,1 Prozent (also bereinigt um die Teuerung) ist erstaunlich hoch. Mit Bargeld, Obligationen, Kunst oder auch Briefmarken hätte man deutlich weniger verdient.

Nur Aktien sind noch ergiebiger

Nur eine Anlagekategorie schnitt besser ab als Rotwein. Mit britischen Aktien hätte man in dieser Zeit jährlich real 5,2 Prozent verdient. Derart lange Daten gibt es für die Schweiz nicht. Doch Aktien scheinen zumindest hierzulande langfristig noch etwas besser abzuschneiden als in Grossbritannien. Gemäss der Bank Pictet machte man mit Aktien in der Schweiz 5,6 Prozent.

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Doch die Vergangenheit taugt bekanntlich nicht immer als Gradmesser für die Zukunft. Darum gibt Finanzprofessor Elroy Dimson von der Universität Cambridge im Telegraph gleich noch einen Tipp: «Fine Whiskey ist vielleicht das nächste grosse Ding.»