Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re sind schwach in die neue Börsenwoche gestartet und haben die Abgaben in der Folge sogar noch ausgebaut. Um 12.30 Uhr lag der Kurs 2,3 Prozent im Minus. Der Leitindex SMI legte zur gleichen Zeit 0,1 Prozent zu.

CEO Stefan Lippe hatte zuvor angekündigt, im Laufe von 2012 vorzeitig in den Ruhestand zu treten. Die Rücktrittsankündigung überrasche zwar nicht, komme aber früher als erwartet, kommentierte Stefan Schürmann von der Bank Vontobel die Reaktionen an der Börse. Lippe habe das Vertrauen der Anleger in die Swiss Re zurückgewonnen, nun brauche es einen CEO mit profunden Einblicken und Kenntnissen in alle Geschäftsbereiche.

Schürmann geht davon aus, dass ein interner Kandidat das Rennen machen wird. Swiss Re verfüge über zahlreiche Kandidaten in der Geschäftsleitung, die dazu fähig wären. Ausserdem ergebe sich dadurch die Möglichkeit, die Konzernleitung zu verschlanken.

Auch Georg Marti von der ZKB erwartet einen internen CEO-Nachfolger, womit Swiss Re in der Ernennung eines CEO die Tradition der vergangenen Jahre fortsetzen würde. Ein Kandidat sei Christian Mumenthaler, der wie Lippe seit vielen Jahren bei der Swiss Re arbeite und diverse wichtige Funktionen inne gehabt habe.

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Unter anderem sei er für die Division Life & Health verantwortlich und als Chief Risk Officer tätig gewesen. In der auf drei Bereiche ausgerichteten, neuen Unternehmensstruktur ist er aktuell der Chef des wichtigsten Bereichs Rückversicherung.

Grosser Verlust für Swiss Re

Für Fabrizio Croce von Kepler ist Mumenthaler ebenfalls ein heisser Kandidat auf den CEO-Posten. Die Ernennung Mumenthalers stelle eine Chance für den Konzern dar, denn möglicherweise werde die Swiss Re sich dann aus dem Admin-Re-Geschäft (Kauf und Abwicklung von Versicherungsportfolios) und aus dem Geschäft mit grossen Unternehmenskunden (Corporate Solutions) zurückziehen und sich voll und ganz auf das Kerngeschäft Rückversicherung konzentrieren, spekuliert Croce.

Laut den Analysten von Silvia Quandt Research ist der Abgang von Lippe ein grosser Verlust für die Swiss Re. Allerdings sei davon auszugehen, dass es dem Unternehmen gelingen wird, einen qualifizierten und überzeugenden Nachfolger zu finden.

Kurzfristig könne der geplante Abgang von Stefan Lippe an der Börse zu leicht erhöhter Unsicherheit führen, heisst es im Helvea-Kommentar. Allerdings bleibe dem Rückversicherer genügend Zeit, um nach einer geeigneten Nachfolgelösung zu suchen. Swiss Re habe gute Talente in den eigenen Reihen und könne auch externe Kandidaten anziehen.

(laf/tno/awp)