Enttäuschende Arbeitsmarktdaten haben die US-Börsen am Freitag belastet. Der Leitindex Dow Jones Industrial sank innerhalb der ersten Handelsstunde um 1,04 Prozent auf 11’919 Punkte und gab damit einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab. Der S&P 500 büsste 1,11 Prozent auf 1247,16 Punkte ein. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 1,00 Prozent auf 2671 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 gab um 0,98 Prozent auf 2344 Punkte nach.

In den USA war die Beschäftigtenzahl im Oktober nur moderat gestiegen, was laut Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) unverändert auf eine wenig dynamische wirtschaftliche Entwicklung hinweist. Im späteren Handelsverlauf dürfte mit der Vertrauensfrage des griechischen Premierministers Giorgios Papandreou im Parlament erneut Europa in den Blick der Amerikaner rücken.

Die Berg- und Talfahrt der Bankenwerte setzte sich weiter fort. Bei der Bank of America schmolzen mit einem Minus von 4,05 Prozent auf 6,63-Dollar die Gewinne der letzten zwei Tage grossteils wieder weg. JPMorgan sanken um 2,21 Prozent. Die führenden Industriestaaten der Welt (G20) haben beschlossen, den Kampf gegen Spekulationsgeschäfte und Steuersünder auszuweiten. Die weltweit grössten Banken sollen so umgebaut werden, dass Steuerzahler nicht mehr für Verluste aufkommen müssen.

AIG wieder mit Milliardenverlust

Der Versicherungskonzern American International Group (AIG) , der im Zuge der Finanzkrise 2009 fast pleite gegangen wäre und mit vielen Milliarden Dollar der Steuerzahler gestützt werden musste, verbuchte im abgelaufenen Quartal wieder einen Milliardenverlust. Als Grund führte das Unternehmen unter anderem den gesunkenen Aktienkurs seiner Asientochter AIA, den Wertverlust bei Flugzeugen seiner Leasingtochter ILFC sowie gestiegene Kosten für die Begleichung von Katastrophenschäden an. Die Aktie sank daraufhin um 4,43 Prozent auf 23,54 Dollar.

Im Fokus stand zudem der Börsengang von Groupon, der nach vielen Pannen und Zweifeln doch besser lief als zunächst gedacht. Wegen der grossen Nachfrage der Anleger nach den Papieren des Schnäppchen-Portals hatte Groupon den Ausgabepreis für die Aktie bei 20,00 Dollar angesetzt und so rund 700 Millionen Dollar erlöst. Der Börsenwert des grössten Internet-IPOs seit Google betrug damit zum Handelsstart 12,6 Milliarden Dollar. Die Erstnotiz lag schliesslich bei 28,00 Dollar. Zuletzt stand der Kurs bei 29,96 Dollar.

(rcv/awp)