An der Schweizer Börse beginnt die Handelswoche mit leichten Aufschlägen. Die Vorgaben von der Wall Street am Freitag waren verhalten. Der Future auf den Dow Jones Industrial gewann seit Handelsschluss am Freitag nur leicht hinzu. In Asien konnte sich keine einheitliche Tendenz durchsetze, der Nikkei in Tokio verzeichnete jedoch leichte Gewinne.

Auf europapolitischer Ebene dürften die Äusserungen aus der Politik von den Investoren weiter mit hoher Sensibilität beobachtet werden. Dabei steht heute das Treffen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy im Fokus.

Unterdessen hat die neue italienische Regierung von Mario Monti am Sonntag per Dekret ein drastisches Spar- und Reformpaket verabschiedet. Es enthält auch eine grössere Rentenreform und soll 24 Milliarden Euro in die leeren Staatskassen bringen. Am Nachmittag stehen mit Daten zu den Industrieaufträgen und dem ISM-Index noch wichtige US-Daten an.

Der Leitindex SMI steht um 9.40 Uhr um 0,18 Prozent höher bei 5729 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt 0,32 Prozent auf 870 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,24 Prozent auf 5199 Punkte.

Richemont und Swatch fester

Die Luxusgüterkonzerne Richemont (+0,4 Prozent) und Swatch (+0,3 Prozent) notieren im frühen Handel fester. Der Präsident der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS), Jean-Claude Pasche, hatte sich in einem Interview am Wochenende optimistisch geäussert. Er rechnet mit einem Rekordwert beim Exportumsatz für 2011 von deutlich über 18 Milliarden Franken.

Anzeige

ZFS (+1 Prozent) legt nach einer Anhebung des Kursziels durch die Analysten der Deutschen Bank stärker als der Markt zu. Der Versicherer hatte in der vergangenen Woche auf einem Investorentag über den Geschäftsverlauf informiert.

Auch der Valor des Duftstoffhersteller Givaudan wird von einer Studie der Deutschen Bank bewegt. Die Analysten haben in einer Branchenstudie zum Chemiesektor die Bewertung auf «Sell» von zuvor «Hold» gesenkt, das Kursziel aber mit 690 Franken unverändert belassen. Die Aktie notiert mit 1,1 Prozent im Minus bei 848 Franken. Die anderen Chemietitel Clariant (+0,6 Prozent) und Lonza (+0,7 Prozent) notieren mit Aufschlägen, das Agrarchemieunternehmen Syngenta (-0,2 Prozent) mit leichten Abschlägen.

Swiss Life (+0,9 Prozent) sieht keinen Bedarf für Abschreibungen auf dem hohen Goodwill für den Finanzvertrieb AWD. Das sagte der Verwaltungsratspräsident des Lebensversicherers, Rolf Dörig, am Wochenende in einem Interview. Er sieht das Unternehmen nicht als Übernahmeziel und rechnet auch in der Branche nicht mit einer Konsolidierung.

SGS meldet Übernahme

SGS (+0,2 Prozent) meldet eine Übernahme in Malaysia. Die Inspektions- und Zertifizierungsgesellschaft kauft Consolidated Loboratory zu einem nicht genannten Preis. Das Unternehmen mit Labors in Kuala Lumpur und Penang erwartet einen Umsatz im laufenden Jahr 2011 von 2,2 Millionen Franken. Die Bank Vontobel wertet den Zukauf positiv, obwohl er relativ klein sei. Er stelle eine Expansion der Sparte Environmental Services in Malaysia dar.

Adecco (-2,9 Prozent) leidet unter einer Gewinnwarnung des Wettbewerbers Michael Page. Das US-Unternehmen rechnet mit einem Vorsteuergewinn, der unter den Erwartungen der Analysten ausfallen dürfte.

Erneut auf der Verliererliste findet sich auch Transocean (-0,8 Prozent). Das Papier zeigt sich seit der in der vergangenen Woche angekündigten Kapitalerhöhung anhaltend volatil. Ebenfalls im Minus liegen Novartis (-0,9 Prozent) und Swisscom (-0,2 Prozent).

Anzeige

Einige Nachrichten kommen auch von Unternehmen aus dem breiten Markt. Straumann (+0,5 Prozent) verändert die Organisationsstruktur und rechnet dadurch für 2011 mit Kosten in Höhe von 3 bis 4 Millionen Franken und für 2012 mit 4 bis 5 Millionen Franken. Die Betriebsgewinnmarge des Dentalimplantate-Konzerns soll weiter zwischen 17 und 19 Prozent erreichen. Die Vontobel-Analysten zeigen sich vom Zeitpunkt der Neuorganisatin überrascht, behalten ihre Einschätzung aber bei.

Die Kioskbetreiberin Valora (+1,4 Prozent) will mit dem weiteren Ausbau von Logistikdienstleistungen in den kommenden Jahren den Rückgang im Pressesegment kompensieren.

(laf/tno/awp)