Erneut sahen die Anleger den anhaltenden Streit um die US-Schuldenobergrenze als Belastung. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama zieht inzwischen sogar ein Scheitern der Verhandlungen in Betracht. Für zusätzlichen Abgabedruck hätten die deutlich schwächer als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum sowie zumeist schwache Unternehmenszahlen gesorgt, so ein Händler.

Bis Börsenschluss ging der SMI um 0,56 Prozent auf 5'871,41 Punkte zurück, das bisherige Tagestief lag bei 5'826 Stellen. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,57 Prozent auf 907,83 und der breite Gesamtmarkt (SPI) 0,63 Prozent auf 5'389,91 Zähler.

Bei den Schweizer Blue-Chips-Unternehmen rückte der Quartalsausweis der Credit Suisse in den Fokus. Die Bank blieb hinter den Vorgaben der Analysten zurück und die Aktie büsste um 1,6 Prozent ein. Die Anleger fürchteten sich vor einer starken Dividendenkürzung, hiess es. Wie schon am Dienstag bei der Konkurrentin UBS, war auch bei der CS das Investment Banking für die enttäuschende Gewinnentwicklung hauptverantwortlich.

UBS profitiert

Dass die UBS-Papiere mit 0,2 Prozent leicht zulegen konnten, war wohl auf Umschichtungen aus den CS-Aktien und auf die überdurchschnittlichen Kursverluste der vergangenen beiden Handelstage zurückzuführen. Eine Klage aus den USA gegen die UBS wegen Subprime-Hypotheken blieb am Markt vorerst noch ohne grösseren Auswirkungen.

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Ansonsten hielt die US-Schuldenkrise weitere Finanzwerte etwas unter Druck. So gaben Julius Bär um 0,5 Prozent oder ZFS um 0,8 Prozent nach. Swiss Life (+0,9 Prozent) und Bâloise (+0,3 Prozent) beendeten den Handel wie UBS im Plus.

Logitech fällt tief

Die prozentual grössten Abschläge im SMI/SLI verzeichneten die Titel des Computerzubehör-Herstellers Logitech (-6,9 Prozent). Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 hatte zwar knapp den Erwartungen entsprochen. Infolge einer Sonderbelastung rutschte der Konzern aber in die roten Zahlen. Zudem wurde der Ausblick gesenkt und der CEO ausgewechselt.

Als Tagessieger gingen im Hauptsegment die Aktien von Swatch (+2,6 Prozent) hervor. Trotz äusserst ungünstiger Währungsentwicklung konnte der Uhrenkonzern auf Rekordniveau wachsen und vor allem mit dem Gewinn die Markterwartungen übertreffen.

Zu den Verlierern gehörten die meisten Zykliker. Clariant büssten 4,5 Prozent ein. Dabei hatten die Titel des Spezialchemieunternehmens bereits am Vortag nach schlecht aufgenommenen Geschäftszahlen um über 14 Prozent nachgegeben. Kühne + Nagel (-1,9 Prozent), Sonova (-1,4 Prozent) oder Holcim (-1,3 Prozent) lagen ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Temenos weiter auf Talfahrt

Im breiten Markt wurden die Aktien des Bankensoftware-Unternehmens Temenos (-8,2 Prozent) erneut abgestraft. Bereits nach der Publikation einer Gewinnwarnung Mitte Juli brachen Temenos ein. Diesmal hätten ausserordentliche Abschreibungen auf den Debitoren die Angst vor weiteren Zahlungsausfällen geschürt, so ein Händler. Rieter (-4,9 Prozent) weiteten die Abgaben des Vortages noch aus.

Gegen den Trend zulegen konnten nach Zahlen Sarasin (+6,1 Prozent) und Affichage (+2,2 Prozent). Am meisten nach oben ging es wiederum für die Titel des Kupferprodukte-Herstellers Swissmetal (+15,6 Prozent), nachdem die französische Le Bronze Industriel eine Offerte für die Schweizer Unternehmensteile lanciert hat.

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(cms/awp)