Die Schweizer Börse hat am Mittwoch fester eröffnet, gestützt durch positive Vorgaben aus den USA. Dort hatten die wichtigsten Indizes in der letzten Handelsstunde ein wahres Kursfeuerwerk hingelegt. Der Dow Jones gewann über 3,6 Prozent und schloss deutlich im Plus, nachdem er weite Strecken des Handelstages im Minus notiert hatte. Gestützt wurden die Handelsplätze in Übersee von einem Bericht der «Financial Times», wonach die EU-Finanzminister derzeit Möglichkeiten einer koordinierten Sanierung europäischer Banken prüfen.

Negativ könnte sich im Handelsverlauf jedoch auswirken, dass Moody's das Rating für italienische Staatsanleihen um drei Stufen auf  A2 von bisher Aa2 gesenkt hat, dies mit einem negativen Ausblick. Dies ist Öl ins Feuer der europäischen Schuldenkrise, heisst es von Marktbeobachtern. Die asiatischen Börsen haben sich denn auch eher schwach gezeigt und leichter notiert. Am Nachmittag stehen dann einige US-Makrodaten auf dem Programm, wie etwa die ADP-Daten, die als erster Indikator für die Arbeitslosenzahlen am kommenden Freitag gelten. Ebenfalls publiziert wird der ISM-Index Dienste für den September sowie der wöchentliche Ölbericht des Energieministeriums.

Gegen 09.30 Uhr gewinnt der SMI um 0,68 Prozent auf 5481,82 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,98 Prozent auf 809,95 und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,73 Prozent auf 4950,87 Zähler nach.

Finanztitel grösste Gewinner

Am meisten gewinnen Finanztitel, welche von einer koordinierten Sanierung der europäischen Banken am deutlichsten profitieren würden. An der Spitze stehen Credit Suisse (+3,0 Prozent), gefolgt von Julius Bär (+2,6 Prozent) und UBS (+2,0 Prozent). Auch die Versicherer ZFS (+1,7 Prozent), Swiss Life (+1,3 Prozent) und Swiss Re (+1,9 Prozent). Die Papiere der UBS hatten bereits am Vortag als Tagessieger den Platz verlassen, nachdem die Bank verlauten liess, dass im dritten Quartal nun doch ein Gewinn erwartet wird.

Gleich zu Handelsbeginn an die Spitze gesetzt hatten sich die konjunktursensitiven Luxusgüterwerte Swatch (+1,8 Prozent) und Richemont (+2,3 Prozent), die in letzter Zeit aber auch massive Kursabschläge verbuchen mussten. Auch andere Zykliker sind gesucht. ABB gewinnen 1,8 Prozent, Schindler 2,6 Prozent und Adecco noch 0,1 Prozent. Holcim (+0,9 Prozent) können ebenfalls nicht ganz mithalten. Die CS das Rating für die Valoren des Zementherstellers auf «Neutral» von bisher «Overweight» gesenkt hat und JPMorgan das Kursziel nach unten angepasst hat. Mit deutlichen Zuwächsen zeigen sich Clariant (+1,8 Prozent).

Leicht fester zeigen sich zudem die Schwergewichte. So steigen Novartis um 0,2 Prozent und Nestlé um 0,3 Prozent. Einzig Roche schwächeln und verlieren 0,3 Prozent. Die Deutsche Bank hat im Rahmen einer europäischen Branchenstudie die Kursziel für die Aktien der beiden Pharmagiganten leicht angehoben, dies jedoch hauptsächlich aufgrund von Währungseffekten.

Auch Syngenta werden mit einem Plus von 1,3 Prozent gesucht. Nomura hat die allgemeinen Schätzungen für das weltweite Wachstum von Pflanzenschutzmitteln erhöht und daraufhin das Kursziel für Syngenta angehoben. Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit einer neuen Phase der Landwirtschaftstechnik in Asien, wo nun weniger auf Dünger und dafür verstärkt auf Pflanzenschutz gesetzt werde. Syngenta sei am besten positioniert, um von dem erwarteten Wachstum in Asien zu profitieren und die Experten erwarten einen Marktanteilsgewinn von jährlich 1 Prozent über die nächsten 10 Jahre.

Nobel Biocare und Sonova verlieren

Als einzige im Minus notieren bei den Bluechips noch Nobel Biocare (-0,2 Prozent) und Sonova (-1,7 Prozent). Die UBS hat das Rating für die Titel des Hörgeräteherstellers auf «Neutral» von bisher «Buy» gesenkt. Während sich das Geschäft mit Hörimplantaten erhole, gebe es für eine Erholung des Hörhilfengeschäfts zu wenig Transparenz, um einen Kauf der Aktie zu rechtfertigen, heisst es in einem Kommentar.

Im breiten Markt profitieren Temenos (+3,9 Prozent) deutlich von einer Hochstufung durch die UBS auf «Buy» von bisher «Neutral». Sollten die Performance-Probleme bis in das Jahr 2012 hinein bestehen bleiben, sei Temenos aufgrund der Stärke der Technologie anfällig für eine Übernahme, heisst es in einem Kommentar. Deutliche Verluste verbuchen indes New Venturetec (-14,8 Prozent).

(rcv/awp)