Die Schweizer Börse ist am Dienstag mit Unterstützung positiver Vorgaben aus Asien auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Die Anleger setzten darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Geldschleusen weiter öffnen könnte.

Der SMI stieg um 0,25 Prozent auf 8769 Punkte und erreichte damit das im Juni markierte Mehrjahreshoch. Am Vortag hatte der Leitindex vor allem wegen starker Kursgewinne der schwergewichtigen Novartis-Aktie ein Prozent gewonnen.

«Wahrscheinlich, dass Anleger am Donnerstag enttäuscht werden»

Die Analysten der Credit Suisse gingen nicht davon aus, dass die EZB bereits diese Woche aktiv werden könnte. Die EZB dürfte wohl abwarten, bis die Auswirkungen der im Juni eingeführten Massnahmen eingeschätzt werden können. «Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass viele Anleger am Donnerstag enttäuscht werden», hiess es in einem Marktkommentar.

Das Geschäft verlief zunächst eher ruhig. Die Wall Street war am Vortag wegen eines Feiertags geschlossen. Damit fehlten wichtige Impulse. Diese erhofften sich die Marktteilnehmer am Nachmittag von den US-Konjunkturdaten.

Auch die Schweizer Wirtschaft verliert an Schwung. Die schwächelnde Konjunktur in der Eurozone bremst die Schweizer Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz stagnierte von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal. Experten hatten ein Plus von 0,5 Prozent erwartet.

Aktie von Novartis baut Kursgewinn aus

Die Aktie von Novartis, die am Vortag 4,3 Prozent gewonnen hatte, konnte den Kursgewinn leicht ausbauen. Novartis veröffentlichte auf einem Kongress erneut positive Ergebnisse, diesmal zu drei klinischen Studien von Medikamenten gegen Atemwegserkrankungen. Konkurrent Roche lanciert neue vollautomatische molekulare Testsysteme für das Blut- und Plasmaspenderscreening. Der Genussschein legte 0,1 Prozent zu.

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Die Aktien zyklischer Firmen tendierten ebenfalls fester. Die Gewinn beliefen sich meist auf ein halbes bis gegen ein Prozent.
Die Finanzwerte legten in ähnlichem Ausmass mehrheitlich zu. Die Aktie der GAM Holding aber sank knapp ein Prozent. David Solo gibt seinen Posten als Chef des Vermögensverwalters ab. Auf den 8. September übernimmt der frühere UBS -Anlagechef Alexander Friedman das Steuer. Friedman soll das Wachstum ankurbeln. Der Wechsel an der Spitze sorge für Unsicherheit, was «die kurzfristige leichte Outperformance der Aktie erst einmal beenden» dürfte, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Am breiten Mark fielen Swisslog mit einem Plus von 2,6 Prozent auf. Der Logostikspezialist hat einen Grossauftrag für automatisierte Intralogistik-Systeme im Bankensektor in Südostasien gewonnen. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Forbo gewannen 1,3 Prozent. Der Bodenbelaghersteller hat den Aktienrückkauf abgeschlossen. Insgesamt wurden der Industriefirma 3,19 Prozent des Aktienkapitals zu einem Festpreis von 900 Franken je Titel angedient.

(reuters/me/ama)