Die Hoffnung auf eine Entspannung der Euro-Krise und auf einen guten Start in die Bilanzsaison hat am Montag der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Der SMI stieg um 1,1 Prozent auf 7864 Punkte. Bis auf Holcim gingen alle Standardwerte fester aus dem Handel. Der breite SPI rückte ebenfalls 1,1 Prozent auf 7428 Zähler vor.

Die Anleger erwarteten auch Impulse von der Konjunktur. «Die Signale aus der Wirtschaft finden zunehmend mehr Beachtung», sagte ein Händler. Dabei erhalte die in den USA nach Börsenschluss beginnende Bilanzsaison grosse Aufmerksamkeit. Der Aluminiumkonzern Alcoa macht traditionell den Auftakt. Reges Interesse gilt den am Freitag erwarteten Ergebnissen der Grossbanken JP Morgan und Wells Fargo.

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«Wir rechnen generell mit guten Gewinnzahlen», schrieb die ZKB im ihrem Marktkommentar «Daily Market Opinion». Allerdings dürften nicht mehr so viele Firmen positiv überraschen wie in den vergangenen zwei Quartalen.

Versicherer legen zu

Swiss Re gewannen am Montag 1,6 Prozent. Die schweren Überschwemmungen in Zentral- und Osteuropa vom Juni dürften den Rückversicherer rund 300 Millionen Dollar kosten. Für die Versicherungsbranche schätzt der Konzern die Schadenbelastung der Hochwasserkatastrophe in Deutschland, Tschechien, Österreich, Ungarn und der Slowakei auf 3,5 bis 4,5 Milliarden Dollar - weniger als Experten bisher veranschlagt hatten.

Die Aktien des Versicherers Zurich rückten ein Prozent vor. Die Titel der Grossbanken Credit Suisse und UBS stiegen um 0,8 beziehungsweise ein Prozent.

Uhrenmarkt in China erholt sich

Aussagen zum Geschäftsverlauf verhalfen den Aktien von Swatch zu einem Kursplus von 1,7 Prozent. Der weltgrösste Uhrenhersteller könnte 2013 die Umsatzmarke von neun Milliarden Franken knacken, sagte Konzernchef Nick Hayek in der «NZZ am Sonntag». Im Juni habe sich der wichtige Markt China erholt. Die Titel von Richemont gewannen 1,8 Prozent.

Gesucht waren auch andere zyklische Werte. ABB stiegen um 1,3 Prozent. Chemietitel wie Clariant, Givaudan und Lonza verbuchten Anstiege von zwei bis drei Prozent. Adecco kletterten drei Prozent. Der gute US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag sorge für Schub, hiess es. Der Personalvermittler emittiert ausserdem eine Anleihe über 400 Millionen Euro. «Das erinnert daran, dass Adecco auch schon eine Anleihe aufgenommen hat, um damit ein Aktienrückkaufprogramm zu finanzieren», sagte ein Händler.

Novartis profitiert von Empfehlung

Eine Kaufempfehlung der Citigroup hievte die Aktie von Novartis 1,3 Prozent hoch. Unterstützung erhielt der Pharmawert auch durch gute Medikamentendaten. Das Psoriasis-Medikament Secukinumab (AIN457) hat sich in einer Vergleichsstudie dem Mittel Enbrel überlegen gezeigt und alle Ziele einer Phase III-Studie erreicht. Zudem hat der Pharmariese mit der indischen Firma Biological E Lizenzabkommen für zwei Impfstoffe gegen Typhus und Paratyphus abgeschlossen.

Bei den Nebenwerten fielen Zehnder mit 6,7 Prozent Abschlag auf. Eine Gewinnwarnung schickte die Titel der Heiz- und Klimatechnikfirma auf Talfahrt.

Vögele auf dem Rückzug

Vögele sackten weitere 5,2 Prozent ab. Nach einem Bericht des «Tages-Anzeiger» (Samstagsausgabe) will sich die Verluste schreibende Bekleidungsfirma auf die beiden rentablen Märkte Schweiz und Österreich konzentrieren und sich aus den anderen Ländern zurückziehen. Die Titel waren in der Vorwoche unter die Räder geraten, nachdem Spekulationen aufgekommen waren, dass grössere Aktionäre ihre Beteiligung reduzieren könnten.

(vst/jev/reuters)