Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Die Regierungsneubildung in Griechenland und die Zusammenarbeit der beiden grössten Parteien des Landes hat in den Augen der Investoren die Unsicherheiten offenbar nicht beseitigen können. Zudem droht auch in Italien erneute eine politische Krise. Die US-Börsen hatten am Freitag im späten Handel noch zulegen können. Die Märkte in Asien schlossen heute jedoch zumeist mit Abschlägen.

Am Wochenende hat die politische Situation in Griechenland die Schlagzeilen dominiert. Der Abgang von Georgios Papandreou und die Bildung einer Übergangsregierung mit dem Ziel die von EU und IWF geforderten Reformen umzusetzen, hat die Finanzmärkte nicht fundamental beruhigt und die Situation dürfte weiter volatil bleiben. In Italien steht am Dienstag eine Haushalts-Abstimmung im Parlament an. Sollte die Regierung keine Mehrheit bekommen, könnte Silvio Berlusconi erneut zum Mittel einer Vertrauensabstimmung mit unsicherem Ausgang greifen müssen.

Der SMI verliert bis um 09.30 Uhr um 0,56 Prozent auf 5'628,40 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,74 Prozent auf 853,27 Punkte ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,48 Prozent auf 5'128,85 Stellen.

Presseberichte vom Wochenende über eine Erhöhung der Offerte von Julius Bär (Aktie: -3,0 Prozent) für die Bank Sarasin (Aktie: +2,5 Prozent) kommen bei den Investoren nicht gut an. Demzufolge will das Institut offenbar nun zudem den komplette Preis in Cash zahlen, und nicht mehr zum Teil in eigenen Aktien. Die niederländische Rabobank will bis Ende November entscheiden, an wen sie ihren Sarasin-Anteil von 46,1 Prozent verkaufen wird. Auch andere Finanzwerte wie ZFS (-1,3 Prozent), Credit Suisse (-0,9 Prozent), Swiss Re (-0,8 Prozent) und Bâloise (-1,2 Prozent) notieren niedriger.

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Mit leichten Aufschlägen quittiert der Markt Meldungen zur UBS (Aktie: +0,1 Prozent), wonach der Übergangs-CEO Sergio Ermotti seinen Posten wohl längerfristig bekleidet. Nach einem Bericht des «Tages-Anzeigers» hätten sich Eremotti und der Verwaltungsrat darauf geeinigt.

Konjunkturabhängige Titel wie Holcim (-2,3 Prozent) oder ABB (-0,8 Prozent) leiden im aktuellen Börsenumfeld ebenfalls. Auch die Aktie des das Logistikunternehmens Kühne & Nagel verliert 1,1 Prozent. Ein US-Gericht hat den vor rund einem Jahr geschlossenen Vergleich mit der US-Wettbewerbsbehörde über die Zahlung einer Busse in Höhe von 9,9 Mio USD bestätigt.

Das Index-Schwergewicht Novartis (-0,6 Prozent) hat vorbörslich zwei Daten aus zwei erfolgreichen klinischen Studien für DEB025 (Alisporivir) bei Hepatitis C und für Ilaris bei systemischer idiopathischer juveniler Arthritis (SJIA) vorgelegt. Die positiven Daten seien weitgehend erwartet worden, hiess es unter Marktbeobachtern.

Am breiten Markt hat die Looser-Aktie (+1,6 Prozent) positiv auf die Vorlage der die Quartalsbilanz reagiert. Das Industrieunternehmen hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres aufgrund von negativen Währungseffekten einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Akquisitions- und währungsbereinigt resultierte jedoch ein leichtes Wachstum. Aufgrund von Einmaleffekten wird die Prognose für den operativen Gewinn im Gesamtjahr angehoben.

Das Übernahmeangebot der Highlight Communications für Escor Casinos & Entertainment ist laut Zwischenergebnis zustande gekommen. Highlight hält nun fast 54 Prozent an Escor und besitzt somit auch die Stimmrechtemehrheit. Escor wurde heute bisher noch nicht gehandelt und notiert auf dem Freitagsschlusskurs von 17,30 Franken.

(laf/sda)