Der Schweizer Aktienmarkt ist mit klar tieferen Kursen aus der Sitzung gegangen. Nach einem freundlichen Start gaben die Kurse im Tagesverlauf mehr und mehr nach, ehe kurz vor der Schlussauktion die beiden Grossbanken und Schwergewichte wie Nestlé und ABB den Gesamtmarkt noch einmal stärker nach unten drückten.

Das Geschehen sei mehrheitlich in ruhigen Bahnen verlaufen, hiess es in Marktkreisen. Die Abwärtsbewegung einzelner Titel gegen Handelsende sei wohl im Zusammenhang mit dem letzten grossen Verfallstermin gestanden, dem so genannten «Hexensabbat».

Nach den zwei starken Vorwochen sei die nun auslaufende vor allem im Zeichen der Konsolidierung gestanden. Ob sich dies nächste Woche noch ändern werde, sei fraglich. Den Investoren fehle in der gegenwärtigen Situation schlicht die Lust auf eine Jahresendrallye.

Der Leitindex Swiss Market Index (SMI) gab 0,88 Prozent auf 5733,5 Punkte nach. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,74 Prozent auf 5161,69 Punkte.

Actelion markant tiefer

Am markantesten gaben schliesslich die Titel des Pharmaunternehmens Actelion (-3,5 Prozent) nach. Dass die Kurse kaum von Nachrichten getrieben waren, zeigte sich an diesem Titel. Actelion wurden von Merrill Lynch gemäss Händlern für einen weiteren Monat auf die "Most Preferred List" gesetzt, was aber ebensowenig half wie die Aufstockung des Pharmasektors durch die Credit Suisse.

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Davon erhielten auch die Aktien der Pharmariesen Novartis (-1,3 Prozent) und Roche (-0,4 Prozent) keinen Rückenwind, ebensowenig von positiven Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA für jeweils ein Produkt der beiden Firmen.

Hinter Actelion gaben verschiedene Finanztitel überdurchschnittlich nach, so etwa Swiss Life (-2,8 Prozent) und Swiss Re (-2,4 Prozent).

Grossbanken verloren

Aber auch die Titel der Grossbanken Credit Suisse (-2,2 Prozent) und UBS (-1,4 Prozent) verloren nach einem vergleichsweise freundlichen Start an Wert, dies im Anschluss an die jüngste Sektoreinstufung der Ratingagentur Fitch. In der Nacht auf Freitag hatte Fitch die Kreditwürdigkeit zahlreicher US- und europäischer Banken abgestuft.

Bereits Ende November hatte Standard & Poor's im Bankensektor Anpassungen vorgenommen und die Ratings einiger Banken zurückgenommen. Die dritte grosse Agentur Moody's hatte eine Neubeurteilung vor zwei Wochen angekündigt.

Klare Einbussen erlitten überdies die Titel des Hörgeräteherstellers Sonova (-1,6 Prozent), des Luxusgüterherstellers Richemont (-1,4 Prozent) oder des Wahrenprüfers SGS (-1,3 Prozent). Nestlé-Aktien (-0,9 Prozent) rutschten mit der gegen Handelsende etwas aufgekommenen Volatilität nach gutem Beginn ebenfalls deutlich in den roten Bereich und zogen so auch den SMI mit nach unten.

Im breiten Markt waren zu Wochenschluss ebenfalls kaum börsenrelevante Nachrichten vorhanden. Das Nahrungsmittel-Unternehmen Hochdorf (Aktie +2,9 Prozent) will in den Bereich der medizinischen Nahrungsmittel expandieren und hat sich hohe Umsatzziele gesteckt.