Der EU-Gipfel sorge an der Schweizer Börse vor allem in der zweiten Tageshälfte für Nervosität. Die konkreten Resultate dazu sind für den späten Abend vorgesehen und dürften die Märkte somit am Donnerstag bewegen.

Am frühen Nachmittag hatten Hoffnungen vor allem auf eine baldige Lösung der Euro-Schuldenkrise die Märkte gestützt. Meldungen aber, wonach die Verhandlungen zwischen der EU und den Banken über deren Beitrag zur Lösung der Krise festgefahren seien, machten die gute Stimmung dann aber schnell wieder zunichte. Zudem wurden die jüngsten US-Unternehmenszahlen zumeist negativ aufgenommen, was etwas Druck auf die US-Märkte und damit auch auf die hiesigen Aktienbörsen ausübte, wie es hiess.

Der SMI verlor zum Handelsschluss 0,15 Prozent auf 5'700,50 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste derweil 0,20 Prozent auf 867,80 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,12 Prozent auf 5'178,36 Punkte.

Adecco leiden unter Konjunkturdaten

Adecco (-1,6 Prozent) gehörten am Berichtstag zu den grössten Verlieren. Die Papiere des Personalvermittlers hätten verstärkt unter den am Vortag in den USA vorgelegten, enttäuschenden Konjunkturdaten gelitten, hiess es in Marktkreisen. Zudem hätten sich die Aktien in den vergangenen Wochen sehr gut entwickelt, so dass es vereinzelt zu Gewinnmitnahmen gekommen sei. Mit dem Warenprüfer SGS (-1,6 Prozent) standen die Aktien eines weiteren Zyklikers am meisten unter Druck.

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Schindler (-1,4 Prozent) büsste in ähnlichem Stil ein, obwohl er noch mit Gewinn in die Sitzung gestartet war. Die am Morgen vorgelegten Zahlen des Liftbauers haben die Erwartungen in etwa getroffen, wobei die Gewinnziffern eher am oberen Ende lagen. Analysten lobten denn auch die besseren Margen und sehen die langfristigen Wachstumsaussichten in Takt. Weniger erfreulich war dagegen der Ausblick ausgefallen. Der starke Franken hatte bereits im Halbjahresergebnis deutliche Spuren hinterlassen und droht nun auch das zweite Semester zu belasten.

Auch die Papiere von Clariant (-0,8 Prozent) entwickelten sich nicht viel besser. Das Spezialchemie-Unternehmen hat die Übernahme der deutschen Oberhausen Technology Center (OTC) bekannt gegeben und will damit seine Geschäftseinheit Industrie- und Konsumspezialitäten verstärken. Mit Givaudan (-1,0 Prozent) war ein weiterer Chemietitel bei den schwächsten Titeln.

Euro-Unsicherheit

Aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Gipfelresultate fielen am Nachmittag auch die Finanztitel, die zum Teil am Morgen noch klar im Plus notiert hatten, deutlich zurück. Vor allem die Versicherer Swiss Life und Swiss Re (je -1,2 Prozent) büssten klar an Terrain ein. Aber auch UBS (-0,7 Prozent) mussten am Tag nach der Bekanntgabe der Quartalsresultate klar Haare lassen. Etwas besser hielten sich dagegen ZFS (-0,1 Prozent) und CS (+0,1 Prozent, die den Tag gar leicht im Plus abschliessen konnten.

Novartis (-0,3 Prozent) belasteten den Gesamtmarkt nach der schwachen Vortagesperformance in Verbindung mit den Neunmonatszahlen und einem Arbeitsplatzabbau erneut, ebenso Nestlé (-0,4 Prozent). Der dritte grosse Defensivtitel Roche gehörte mit einem Plus von 0,9 Prozent dagegen zu den Top-Titeln.

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ABB (+0,3 Prozent) gehörten nach Bekanntgabe eines Auftrages ebenfalls zu den besseren Werten. Spitzenreiter waren am Schluss Kühne+Nagel (+1,9 Prozent), Lonza (+1,4 Prozent) und Sonova (+1,0 Prozent). Logitech (-0,7 Prozent), die im Vorfeld der am (morgigen) Donnerstag anstehenden Quartalszahlen lange Zeit das Feld angeführt hatten, fielen zum Schluss zurück.

Im breiten Markt zogen Sulzer (+2,3 Prozent) gegen den Trend etwas an. Das Industrie-Unternehmen hat am Morgen bekanntgegeben, dass Finanzchef Jürgen Brandt interimistisch nun auch CEO wird. Ton Büchner wird das Unternehmen wie angekündigt verlassen, wobei der Zeitpunkt seines Austritts nun auf Ende Oktober festgelegt wurde. LifeWatch (+9,7 Prozent) hat am Vorabend die Anzahl Neu-Verträge in den USA seit Jahresbeginn publiziert, was am Markt offenbar goutiert wurde.

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(laf/sda)