Die Märkte reagierten am Nachmittag mit Kurssprüngen auf das konzertierte Eingreifen der wichtigsten internationalen Notenbanken am Geldmarkt. Mithilfe von Swap-Abkommen in US-Dollar soll dem weltweiten Finanzsystem mehr Liquidität bereitgestellt werden. Positive Wirtschaftsdaten aus den USA sorgten auch an der Wall Street für Auftrieb. Am Mittag hatte bereits die Meldung, dass die chinesische Notenbank die Banken-Mindestreserve senkt, den Konjunkturoptimisten neue Nahrung gegeben.

In den USA hob ein Reigen guter Konjunkturdaten die Stimmung an der Wall Street. Neben positiven Nachrichten vom Häusermarkt, der im Oktober deutlich aktiver war, stieg auch der PMI Chicago im November spürbar an. Laut ADB-Bericht wuchs auch die Zahl der Beschäftigten in der Privatwirtschaft kräftiger als erwartet. Das bildet ein gutes Vorzeichen für den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. In Brüssel berieten die EU-Finanzminister derweil weiter über Massnahmen zur Lösung der Schuldenkriese. EU-Währungskommissar Olli Rehn sieht die Euro-Zone bis zum EU-Gipfel in zehn Tagen in einer kritischen Phase. Die Antwort auf die Schuldenkrise müsse bis dahin gefunden und beschlossen werden.

Der Leitindex SMI konnte seine Gewinne auch gegen Handelsende verteidigen und schloss auf Tageshoch mit +2,19 Prozent bei 5652 Punkten. Alle Valoren notierten mit Aufschlägen. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 2,76 Prozent auf 853 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 2,29 Prozent auf 5131 Stellen.

Finanzwerte klare Gewinner

Zu den stärksten Gewinnern durch das Einschreiten der Notenbanken gehörten Finanzwerte und konjunktursensitive Valoren. Die Aktien der Grossbanken UBS (+4,7 Prozent) und Credit Suisse (+4,7 Prozent) hatten den Handelstag nach der Bankenneubewertung durch S&P mit deutlichen Abschlägen begonnen. In Folge der Notenbanken-Aktion schossen die Werte aber kräftig nach oben. S&P hatte am Dienstag das Rating für die UBS um eine Stufe auf «A» von «A+» zurückgenommen und den Ausblick der Kreditwürdigkeit der CS auf «negativ» von bisher «stabil» gesenkt.

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Die grössten Gewinne bei den Blue-Chip-Valoren gingen aber an Nobel Biocare (+8,3 Prozent), die Luxusgüter-Hersteller Richemont (+5,3 Prozent) und Swatch (+3,9 Prozent) sowie Adecco (+5,0 Prozent), Actelion (+5,5 Prozent) und ABB (+5,1 Prozent).

Julius Bär stiegen um 3,6 Prozent. Der Vermögensverwalter baut mit einer Vertretung in Schanghai das Geschäft in China aus, ausserdem stockte die Bank über eine Anleihe das Tier-2-Kapital um 175 Millionen Franken auf.

Auch Roche legt zu

Auch Roche (+2,4 Prozent) konnte im Tagesverlauf zulegen. Der Pharmakonzern wird am Brustkrebssymposium in San Antonio im Dezember Studiendaten für den Brustkrebs-Produktkandidaten Pertuzumab sowie die Kombination von Avastin und Herceptin vorstellen. Insbesondere die Pertuzumab-Zulassungsanträge seien auf Kurs, hiess es. Die beiden anderen Schwergewichte Nestlé (+0,9 Prozent) und Novartis (+0,8 Prozent) schlossen mit verhaltenen Aufschlägen ebenfalls im Plus.

Selbst Transocean (+0,7 Prozent auf 39,47 Franken), deren Aktien lange Zeit die einzigen Verlierer im SMI waren, erreichte zum Handelsschluss ein grünes Vorzeichen. Am Dienstag hatte der Aktienkurs nach einer Kapitalerhöhung fast 9 Prozent verloren. Der US-Ölbohrspezialist bietet neue Aktien zum Preis von 40,50 US-Dollar respektive 37,32 Franken an. Heute hatten UBS und HSBC das Kursziel für Transocean gesenkt.

Im breiten Markt bewegten heute Unternehmensmeldungen eine Reihe von Einzelwerte. So kletterte EFG um 7,9 Prozent in die Höhe. Der Vermögensverwalter bietet den Tausch von EFG Fiduciary Certificates im Wert von 400 Millionen Franken gegen Basel-III-konforme Tier-2-Obligationen an. Swiss Prime Site stiegen nach dem erfolgreichen Verkauf des Einkaufscenters Volketswil um 2,1 Prozent. Die Aktien von SHL Telemedicine verloren nach den gestrigen Unternehmenszahlen mit -10,6 Prozent deutlich.

(laf/sda)