Das «Nein» Griechenlands zu den Reformvorschlägen seiner Gläubiger hat die Anleger an der Schweizer Börse am Montag wenig beunruhigt. Der SMI startete zwar um 1,2 Prozent tiefer, grenzte dann aber die Verluste rasch wieder ein. Zu Mittag notierte der Leitindex noch um 0,3 Prozent schwächer mit 8888 Punkten. Auch der Volatilitätsindex, das Angstbarometer der Börse, das in der Vorwoche auf dem höchsten Stand seit Januar gestiegen war, ging um fast zehn Prozent zurück.

Der Franken, der üblicherweise in unsicheren Märkten von seiner Rolle als sicherer Hafen profitiert, notierte gegenüber dem Stand vom Freitag praktisch unverändert.

«Panische Verkäufe ein schlechter Ratgeber»

Dass nach dem Rücktritt von Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis nun ein Kompromiss einfacher zu erreichen sei, glaubt die Credit Suisse wegen der verhärteten Fronten nicht. Die deutsche Regierung signalisierte nach dem «Nein» der Griechen zu den Spar- und Reformplänen der internationalen Gläubiger Gesprächsbereitschaft. Die Anleger warteten erst ab, wie es weitergehe. «Panische Verkäufe wären ein schlechter Ratgeber», sagte ein Händler.

Die Griechenlandkrise sei derzeit das beherrschende Thema an den Finanzmärkten, aber es handele sich lediglich um einen temporären Belastungsfaktor. Das Wachstum der Eurozone dürfte im zweite Halbjahr 2015 weiter anziehen. «Der Konjunkturausblick für das zweite Halbjahr 2015 ist durchweg positiv», schrieb Daniel Hartmann, Analyst der Bantleon Bank.

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Bank-Aktien sacken ab

Die meisten Standardwerte büssten Terrain ein. Die grössten Einbussen verzeichneten mit mehr als einem Prozent die Aktien von Banken. Sie reagierten im Zusammenhang mit der Euro-Krise wegen der international starken Vernetzung jeweils am meisten, hiess es im Markt. Die Anteile der Credit Suisse, und UBS verloren 1,3 Prozent und Julius Bär sackten um 1,6 Prozent ab.

Bei den Titel zyklischer Firmen fielen Adecco und Richemont um mehr als ein Prozent.

Syngenta nach Aussagen im Minus

Syngenta schwächten sich um ein Prozent ab. «Die Angst vor einem Scheitern der Übernahme hat zugenommen», sagte ein Händler. «Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich Monsanto von Syngenta abwendet und dass der Deal scheitert.» Auslöser waren Aussagen von Monsanto-Chef Hugh Grant in der «Financial Times». Das Verhalten des Syngenta-Verwaltungsrates untergrabe die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Abschluss komme. «Falls nicht, würde wir uns nach Alternativen in dem Bereich umschauen», sagte Grant.

Besser schlugen sich die Aktien der als krisenresistent geltenden Pharmafirmen Novartis und Roche, des Lebensmittelriesen Nestle, des Aromenherstellers Givaudan und der Telekomfirma Swisscom. Sie machten frühe Einbussen wett oder drehten gar leicht in die Gewinnzone.

Am breiten Markt fielen die Anteile von Arbonia-Forster mit einem Plus von fast fünf Prozent auf. Die Aktie des Bauausstatters war in der Vorwoche nach dem plötzlichen Abgang des Konzernchefs unter Druck geraten.

(reuters/moh)