Am Tag Eins nach der historischen Intervention der Nationalbank auf dem Devisenmarkt mit der Festsetzung einer Kursuntergrenze des Euros von 1,20 Franken hat der Schweizer Aktienmarkt erneut deutlich im Plus geschlossen. Zu einer technischen Erholung kam es aber nicht nur in der Schweiz, sondern auch an den Börsen weltweit.

Zum Schluss legte der Swiss Market Index (SMI) um 2,50 Prozent auf 5501 Zähler zu. Der breitere Swiss Performance Index (SPI) stieg um 2,63 Prozent auf 5009 Zähler.

Nachdem die Gewinne bis zum Mittag von den anfänglichen Höchstständen etwas zurückgekommen waren, erhielt der Markt mit der freundlichen Eröffnung in den USA neue positive Impulse. In Übersee setzen Anleger ihre Hoffnung einmal mehr auf die Politik. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit plant US-Präsident Barack Obama laut US-Medien offenbar ein 100 Milliarden Dollar schweres Programm zur Ankurblung der Wirtschaft.

Luxusgüterpapiere stark im Plus

Besonders stark an Wert gewannen die Aktien des Spezialchemiekonzerns Clariant mit 9,7 Prozent. Mit 7,3 Prozent deutlich im Plus schloss auch der Luxusgüterkonzern Richemont, der gute Umsatzzahlen präsentierte. Davon profitierten auch die Papiere von Swatch, die um 5,4 Prozent zulegten.

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Auch die Titel der Erdölbranche gewannen hinzu. Die Aktien von Weatherford und Transocean schlossen 7,5 Prozent bzw. 6,5 Prozent höher.

Unter den weiteren konjunktursensitiven Titeln verbuchten insbesondere die Aktien des Computerzubehörherstellers Logitech (+6,7 Prozent), des Personalvermittlers Adecco (+6,5 Prozent) sowie des Chemiekonzerns Lonza (+5,7 Prozent) deutliche Kursgewinne.

Stärker nachgefragt wurden auch die Papiere von Sonova (+3,1 Prozent), obwohl der Hörgerätehersteller am Vortag die Umsatzprognose weiter reduziert hatte und für das Geschäftsjahr 2011/12 neu mit 15 bis 16 Prozent weniger Umsatz rechnet.

CS gewinnt knapp fünf Prozent

An Wert gewannen ausserdem die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS, die 4,9 Prozent bzw. 4,6 Prozent im Plus schlossen. Weniger gross waren die Gewinne bei Julius Bär (+3,1 Prozent).

Schwächer als der Gesamtmarkt entwickelten sich die Aktienkurse des Pharmariesen Roche (+0,9 Prozent) und des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+0,5 Prozent).

Im breiten Markt profitierten Orascom mit einem Plus von 13,5 Prozent vom Vergleich, den Mehrheitsbesitzer Samih Sawiris mit der ägyptischen Finanzaufsichtsbehörde abschloss.

(rcv/sda/awp)