Nachdem die Schweizer Börse die in der Eröffnungsphase erlittenen Einbussen teilweise wieder aufzuholen begonnen hatte, habe gegen Handelsende vor allem eine schwächere Wall Street auf die Kurse gedrückt, hiess es unter Marktbeobachtern. Die weiterhin ungelöste Schuldenkrise in den USA belaste unverändert stark.

Der SMI schloss um 1,43 Prozent tiefer auf 5'904,47 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 1,56 Prozent auf 912,99 Punkte und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 1,42 Prozent auf 5'424,28 Zähler.

Angesichts der Unsicherheiten erklomm der Goldpreis neue Rekordwerte. Der US-Dollar verharrte um die Marke von 0,80 Franken, der Euro kratzte an der Marke von 1,15 Franken. Finanzwerte und die im SMI stark gewichteten defensiven Valoren drückten den Leitindex SMI.

Clariant massiv abgestraft

Gross waren die Kursverluste bei Clariant (-14,4 Prozent). Der Chemiekonzern musste im zweiten Quartal einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen und hatte so die Vorgaben der Analysten klar verfehlt. Der starke Franken hatte auch beim Chemiekonzern tiefe Spuren in der Geschäftsentwicklung hinterlassen.

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Unter Druck waren auch die Finanzwerte. So verloren im Bankensektor UBS 2,4 Prozent, CS 1,9 Prozent und Julius Bär 1,3 Prozent. Im Nachgang zur Zahlenpublikation der UBS vom Dienstag hatten für die Grossbank zahlreiche Institute das Kursziel gesenkt.

CS: In Erwartung der Quartalszahlen

Für Donnerstag werden mit Spannung die Zahlen der CS erwartet. Zur Schwäche neigten auch Versicherungswerte wie Swiss Life (-5,1 Prozent), Swiss Re und Bâloise (je -2,3 Prozent) sowie ZFS (-2,2 Prozent).

Grössere Abgaben waren zudem bei einigen konjunkturabhängigen Aktien wie ABB (-2,8 Prozent), Transocean (-2,6 Prozent), Holcim (-2,3 Prozent), Adecco (-2,3 Prozent) und Kühne+Nagel (-2,0 Prozent) zu sehen. Die etwas weniger konjunktursensitiven Nobel Biocare (-2,6 Prozent) verloren ebenfalls deutlich.

Abgaben - wenn auch unterdurchschnittlich - erfolgen auch in defensiven Index-Schwergewichten wie Nestlé (-1,3 Prozent), Novartis (-1,0 Prozent) und Roche (-0,9 Prozent).

Besser weg kamen auch die Luxusgüteraktien von Swatch Group (-0,2 Prozent) und Richemont (-0,8 Prozent). Sie wurden etwas gestützt von guten Zahlen des Konkurrenten LVMH. Der weltgrösste Luxusgüterhersteller habe von der starken Nachfrage aus Asien und nach Uhren profitiert.

Lonza im Plus

Zu den wenigen Gewinnern im SMI/SLI gehörten die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (+0,8 Prozent), die mit an der Spitze des Blue-Chips-Segments lagen. Lonza hatte im ersten Halbjahr 2011 aufgrund des starken Schweizer Frankens zwar weniger umgesetzt und weniger verdient, lag aber mehr oder weniger im Bereich der Erwartungen.

Weitere Gewinner waren Logitech (+0,7 Prozent), die von guten Unternehmenszahlen aus dem US-Technologiesektor gestützt wurden. Der Computerzubehör-Hersteller publiziert am Donnerstag die Q1-Zahlen. Weatherford (+1,7 Prozent) knüpften an die Vortagesgewinne im Zuge des Halbjahresauweises an.

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Im breiten Markt hatten Rieter (-6,9 Prozent), die Privatbankengruppe EFG International (-1,7 Prozent) sowie der Pharmaspezialist Addex (+5,8 Prozent) über das erste Halbjahr berichtet. Dabei waren Rieter stark unter Druck gekommen, da der Textilmaschinenkonzern die Markterwartungen zumeist deutlich verfehlt hatte.

(cms/awp)