Der Schweizer Aktienmarkt notiert zur Mittagszeit weiterhin leicht fester. Das Sentiment wird dabei weiterhin vom partiellen Vorwärtskommen beim EU-Krisengipfel am Wochenende gestützt. Jedoch habe der anfängliche Optimismus der Investoren wieder einer gewissen Skepsis hinsichtlich des Gipfels am Mittwoch Platz gemacht, heisst es von einem Händler.

Dabei gehen die Meinungen von Analysten über die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges auseinander. Während einige Kommentatoren eine Lösung im Bezug auf die Aufstockung der Schlagkraft des EFSF, eines Schuldenschnittes für Griechenland sowie einer Kapitalerhöhung für Banken für möglich halten, sehen andere Experten die Mittel als zu beschränkt und die Probleme als zu gross für eine baldige Lösung der Schuldenkrise. Eine weitere Stütze sehen Händler in den Aussagen der Vize-Chefin der US-Notenbank (Fed) vom Freitag, wonach eine weitere geldpolitische Lockerung (QE3) wieder mehr in den Fokus rücke.

US-Konjunkturdaten könnten Bewegung bringen

Der SMI steigt bis um 12.00 Uhr um 0,53 Prozent auf 5783 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,94 Prozent auf 874 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,58 Prozent auf 5241, Zähler dazu.

Weitere Bewegung könnte es im Handelsverlauf noch von US-Konjunkturdaten geben. Dort steht am Nachmittag der CSNAI-Index auf dem Programm. In der Eurozone ist derweil der Einkaufsmanagerindex unter den Erwartungen ausgefallen, während die Industrieaufträge stärker als erwartet zunahmen.

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An die Spitze des Bluechips-Tableaus stehen nach wie vor Nobel Biocare (+9,9 Prozent). Die Papiere werden von Übernahmegerüchten angetrieben, nachdem in der Sonntagspresse Spekulationen um das Interesse mehrere Private-Equity-Unternehmen geschürt wurden.

An zweiter Stelle stehen die traditionell sehr volatilen Logitech (+6,8 Prozent). Der Mäusehersteller wird diese Woche noch seine neuesten Quartalszahlen bekannt geben. Andere Zykliker wie Holcim (+1,6 Prozent) oder ABB (+1,8 Prozent) können ebenfalls zulegen, wenn auch nicht ganz so imposant. Mit Transocean (-0,1 Prozent) oder Adecco (-0,3 Prozent) notieren einige Vertreter gar in der Minuszone. Adecco wurde dabei von Kepler von «Buy» auf «Hold» zurückgestuft.

Luxusgüter mit klaren Zugewinnen

Ebenfalls klare Zugewinne verzeichnen die Luxusgüteraktien Swatch (+3,9 Prozent) und Richemont (+2,0 Prozent). Swatch-CEO Nick Hayek hat sich in der Sonntagspresse sehr optimistisch bezüglich der Ergebnisse des laufenden Jahres gezeigt. Der September sei der stärkste Monat, den man bei der Swatch Group je erlebt habe, erklärte er etwa. Auch über das ganze Jahr gesehen sei der Uhrenhersteller auf Rekordkurs.

Gesucht sind auch Finanztitel, wo Credit Suisse (+2,0 Prozent) die Führung übernehmen. UBS (+1,5 Prozent) legen ebenfalls zu. CEO ad interim Sergio Ermotti soll laut einem Insider einen deutlich weniger aggressiven Kurs einschlagen wollen als sein Vorgänger Oswald Grübel, wie in der Sonntagspresse berichtet wurde. Demnach soll die anvisierte Eigenkapitalrendite neu bei 10-15 Prozent ohne absolutes Gewinnziel liegen. Ausserdem soll bei der UBS, der Anspruch aufgehoben werden, eine weltweit führende Investmentbank zu sein. Die Bank wird zudem am (morgigen) Dienstag ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Auch Assekuranzwerte wie ZFS (+1,4 Prozent), Swiss Re (+1,3 Prozent) und Swiss Life (+1,7 Prozent) legen zu.

Actelion gewinnen

Bei Actelion (Aktie +1,6 Prozent) hat ein Gericht im Streitfall mit Asahi eine Zahlungsreduktion vorgeschlagen. Wie das Biopharma-Unternehmen bekannt gab, soll die ursprünglich Asahi zugesprochene Schadenssumme um weitere 99,2 Millionen US-Dollar reduziert werden.

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Etwas gebremst wird die Aufwärtsbewegung des SMI durch die relative Schwäche der defensiven Schwergewichte, vor allem von Nestlé (-0,1 Prozent auf 51,75 Franken) und Roche (-0,6 Prozent). Unicredit hat das Kursziel für die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns auf 55 (52) Franken erhöht, die Einstufung «Hold» indes bestätigt. Novartis (+0,5 Prozent) hat positive Studiendaten für einen Wirkstoff gegen Psoriasis bekannt gegeben. Die Basler werden ebenfalls am Dienstag ihren Quartalsbericht abliefern.

Im breiten Markt hat Schlatter eine Kapitalerhöhung um 20 Millionen Franken bekannt gegeben sowie einen negativen EBIT von 9-10 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Die Papiere sind immer noch ungehandelt. Die grössten Zuwächse verzeichnen Temeons (+7,3 Prozent) und Crealogix (+5,5 Prozent), die grössten Verluste SHL (-8,8 Prozent) und New Venturetec (-7,9 Prozent).

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(laf/sda)