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SIX-Chef bedauert gescheiterte Börsenfusion

Der 3-prozentige Aktienanteil an der Deutschen Börse könnte laut dem SIX-Chef später abgestossen werden. (Bild: Keystone)

Die Fusion zwischen der Deutschen Börse und der New York Stock Exchange haben die Börsenaufseher verhindert. Urs Rüegsegger, Chef der Schweizer Börse (SIX), bedauert diesen Entscheid. Allerdings wirke

Von Samuel Gerber
am 08.02.2012

Erstmals seit dem Scheitern der Mega-Fusion zwischen der Deutschen Börse und New Yorker NYSE meldet sich der Chef der Schweizer Börsenbetreiberin SIX zu Wort. «Die klare Absage überraschte mich», sagt Urs Rüegsegger auf Anfrage. Er hätte eine Eingung unter Auflagen erwartet.

Im Rahmen des Fusionsprojekts hatte die SIX ihren Anteil an der Derivatebörse Eurex an die Deutsche Börse veräussert. Daran wird auch nach dem Platzen des Deals nicht gerüttelt. «Der Verkauf unseres Anteils an der Derivatebörse Eurex wird zum festgelegten Preis vollzogen», so Rüegsegger. Die Transaktion soll bis zum Ende des 1. Quartals 2012 abgeschlossen sein. Mit Eurex verliert die SIX ein Kronjuwel; die Beteiligung trug 30 Prozent zum Gesamtergebnis bei.

Derivategeschäft ist attraktiv

Den Aktienanteil von 3 Prozent an der Deutschen Börse, den die SIX im Zuge des Handels erhält, könnte später abgestossen werden. Man halte sich in der Sache alle Optionen offen, sagt der SIX-Chef. Immerhin würden jetzt die Gespräche mit der Deutschen Börse über die weitere Zusammenarbeit intensiviert. Insbesondere im Nachhandels-Bereich, also der Abrechnung und der Aufbewahrung von Wertschriften, wolle die Schweizer Börse wachsen. «Ein EU-Partner wäre für den freien Zugang zu Europa sicher wünschenswert», sagt Rüegsegger. Auch den Aufbau einer Konkurrenzplattform zu Eurex schliesst der SIX-Chef nicht aus. «Das Derivategeschäft ist attraktiv, gerade weil der Regulator für den OTC-Bereich zentrale Clearing-Stellen fordert. Hier könnten wir uns ein Angebot zusammen mit Börsen oder Banken vorstellen.»

Anfang Februar scheiterte der Zusammenschluss von der Deutschen Börse und NYSE zum weltweit grössten Börsenbetreiber am Widerstand der Europäischen Wettbewerbskommission. Diese kritisierte die marktbeherrschende Position des neuen Gebildes.

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