Die Schweizer Börse büsst nach dem Kurseinbruch vom Vortag weiter deutlich an Terrain ein. Die Nervosität und die Unsicherheiten an den Finanzmärkten seien wieder extrem gestiegen, meinen Händler. Die Anleger sorgen sich dabei verstärkt um das europäische Bankensystem und die weltweit schwächelnde Wirtschaft.

Bis gegen 9.35 Uhr verlor der Schweizer Leitindex SMI 2,32 Prozent auf 5075,5 Punkte.

Unter den wieder grösser werdenden Wirtschaftssorgen leiden besonders konjunktursensitive Aktien. So geben bei den Blue Chips etwa Adecco (-4,5 Prozent), Clariant (-4,0 Prozent), Swatch (-3,6 Prozent) oder Richemont (-3,0 Prozent) stark nach.

Aber auch Finanzwerte können sich dem Abwärtsdruck nicht entziehen. Die Papiere von Credit Suisse (-4,0 Prozent), UBS (-3,8 Prozent) sowie Swiss Life (-3,4 Prozent) verlieren überdurchschnittlich an Wert.

Dax verliert mehr als drei Prozent

Sorgen um die Konjunktur und das europäische Bankensystem drückten auch den Deutschen Aktienindex - auf den tiefsten Stand seit November 2009. Rund eine Stunde nach Handelsbeginn verlor der deutsche Leitindex 3,17 Prozent auf 5425,35 Punkte - das Tagestief lag bei 5345.36 Punkten. Bereits am Donnerstag hatte das Börsenbarometer mit einem Minus von knapp sechs Prozent den grössten Tagesverlust seit November 2008 erlitten.

Der MDax der mittelgrossen Werte gab am Freitagmorgen um 3,68 Prozent auf 8218,51 Punkte nach, und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 2,03 Prozent auf 672,60 Punkte.

Im Minus starteten auch die anderen europäischen Börsen: Der EuroStoxx 50 verlor in einem extrem nervösen Marktumfeld rund 20 Minuten nach Börsenstart 1,50 Prozent auf 2173,49 Punkte. Der Cac 40 gab in Paris um 1,67 Prozent auf 3024,76 Punkte nach, und der Londoner FTSE 100 büsste 0,73 Prozent auf 5.055,13 Punkte ein.

Auch in Asien geht's bergab

Der japanische Leitindex Nikkei 225 ging mit einem Abschlag von 2,51 Prozent bei 8719,24 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,73 Prozent zu Buche. Seit seinem Wochenhoch vom Dienstag verlor der Nikkei sogar rund 4,5 Prozent. Der breiter gefasste Topix Index sank zum Wochenabschluss um 2,04 Prozent auf 751,69 Punkte.

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Gegen Handelsende erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,8 den Nordosten Japans. Die Indizes an der Tokioter Börse weiteten daraufhin ihre Verluste aus. Die ausgegebene Tsunami-Warnung ist inzwischen aber wieder aufgehoben worden.

Hitachi Construction waren der schwächste Wert im Nikkei mit minus 6,62 Prozent. Autowerte gaben nach einer Abstufung des japanischen Autosektors durch die US-Investmentbank Goldman Sachs ebenfalls kräftig nach. Toyota , Nissan und Honda verbilligten sich allesamt.

Negative Vorgaben aus den USA

In den USA war der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Donnerstag um 3,7 Prozent auf 10'990 Punkte abgestürzt. Seit Ende Juli, als der nach wie vor anhaltende Abwärtstrend anfing, hat er damit knapp 14 Prozent eingebüsst.

Der breiter gefasste S&P-500 verlor am Donnerstag 4,5 Prozent, der Technologie-Index Nasdaq 5,2 Prozent.

(tno/kgh//awp)