Der SMI-Jahrestiefstwert von rund 6'000 Punkten von Ende März nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan rückt näher. Die Unsicherheiten um die Schuldenprobleme in Griechenland bleiben an den Finanzmärkten weltweit das bestimmende Thema. Zudem wird am heutigen "Grossen Verfall", dem letzten Handelstag von Optionen und Futures, mit höherer Volatilität gerechnet.

Am Sonntag und Montag diskutieren die Finanzminister der Eurozone in Luxemburg über die Probleme Griechenlands. Am Treffen dürfte die Auszahlung der von Athen dringend benötigten Juli-Kredittranche von zwölf Milliarden Euro beschlossen werden. Erst am 11. Juli soll dann über neue Griechenland-Hilfen entschieden werden. Unternehmensnews sind dagegen am Freitag erneut Mangelware, am Nachmittag werden aus den USA Daten der Uni Michigan zum Konsumentenvertrauen sowie zu den Frühindikatoren erwartet.

Bis um 9.30 Uhr verliert der Schweizer Leitindex SMI 0,61 Prozent auf 6119,86 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,68 Prozent auf 948,28 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,56 Prozent auf 5620,09 Punkte.

Griechenland-Krise im Blick

Mit Blick auf die Schuldenprobleme in Griechenland bleiben die Banken unter Druck. UBS verlieren 0,6 Prozent und Credit Suisse 1,2 Prozent. Bei den Assekuranzen Swiss Re (-0,5 Prozent), ZFS (-0,3 Prozent auf 216,00 Franken) oder Swiss Life (-0,2 Prozent) fallen die Verluste etwas geringer aus. Die Deutsche Bank hat für ZFS das Kursziel auf 262 nach 270 Franken gesenkt, bewertet den Titel allerdings immer noch als "Kauf". Der Analyst rechnet mit einer nachhaltigen Dividende, denn ZFS sei mit der heutigen Bilanzsituation in der Lage, allfällige weitere substanzielle Schocks zu verdauen.

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Auch eine Reihe von zyklischen Papieren verlieren zu Wochenschluss hin weiter an Terrain. SGS (-2,5 Prozent) verbuchen die grössten Verluste im SMI/SLI. Der Warenprüfkonzern hat die britische Correl Rail übernommen. Das Kaufobjekt ist allerdings mit einem Umsatz von 2,1 Millionen Pfund klein. Vielmehr dürfte die Ratingsenkung auf "Neutral" nach "Buy" durch Goldman Sachs ins Gewicht fallen.

Weitere überdurchschnittlich schwächer tendierende Zykliker sind etwa Logitech (-1,4 Prozent), Adecco (-1,1 Prozent auf 53,00 CHF) oder Richemont (-1,0 Prozent). Zu Adecco haben die Analysten von Goldman Sachs das Kursziel auf 60 nach 66 Franken reduziert.

Holcim geben nach

Holcim geben um 1,3 Prozent nach. Die beiden indischen Holcim-Tochtergesellschaften Ambuja Cements und ACC sind ins Visier der indische Kartellbehörde SFIO (Serious Fraud Investigation Office) geraten. Die SFIO habe wegen des Vorwurfs der Kartellbildung Untersuchungen bei Ambuja, ACC sowie der nicht zu Holcim gehörenden UltraTech Cement aufgenommen, schreibt die indische Finanzzeitung "The Economic Times". Die Ermittlungen sollen das Verhalten der Zementhersteller in den vergangenen zehn Jahren untersuchen.

Die Aktien der im Ölsektor tätigen Weatherford gehören mit minus 2,0 Prozent ebenfalls zu den grössten Verlierern, derweil geben Transocean um lediglich 0,8 Prozent. Beide Titel sind am Vorabend bereits im US-Handel ziemlich stark unter Druck gekommen.

Auf der Gegenseite gewinnen Actelion 0,7 Prozent dazu. BNP Paribas hat das Rating auf "Outperform" von "Neutral" erhöht. Kühne+Nagel steigen um 0,3 Prozent, obwohl die UBS das Kursziel leicht gesenkt hat.

Verluste bei Schwergewichten überschaubar

Bei den Index-Schwergewichten Novartis (-0,5 Prozent), Roche (-0,4 Prozent) und Nestlé (-0,2 Prozent) halten sich die Verluste in Grenzen. Novartis hat über den Baubeginn einer pharmazeutischen Produktionsanlage in St.Petersburg berichtet. Die Investition in die geographische Diversifizierung sei erfreulich, heisst es im Handel dazu.

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Im breiten Markt profitieren Acino (+1,9 Prozent) von einem Produktionsvertrag mit Bayer. Der Vertrag wurde für die Herstellung eines neuartigen Verhütungspflasters des deutschen Konzerns abgeschlossen. Die Aktien der Bank Vontobel wurden von der UBS auf "Neutral" hochgestuft und legen um 1,7 Prozent zu. Dieselbe Bank empfiehlt EFG International (+4,1 Prozent) neu zum Kauf.

(laf/sda)