Misstrauen der Anleger gegen die drittgrösste Euro-Wirtschaft Italien hat auch die wichtigsten US-Indizes am Mittwoch deutlich belastet. Einen Tag nach der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi sprangen die Zinsen für italienische Staatsanleihen auf deutlich mehr als sieben Prozent - ein Niveau, bei dem Griechenland, Portugal und Irland Milliarden-Hilfen in Anspruch genommen hatten.

Der Dow Jones Industrial reagierte in der ersten Handelsstunde mit einem Rutsch um 2,40 Prozent auf 11’878 Punkte. Der S&P 500 sank um 2,65 Prozent auf 1242 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 2,64 Prozent auf 2655 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 2,62 Prozent auf 2337 Punkte ein.

Italien ist nach Griechenland das Mitglied mit der höchsten Staatsverschuldung gemessen an der Wirtschaftsleistung. Inzwischen überwachen die Europäische Union und der IWF die Sanierung des Landes. Vor dem Rückzug will Berlusconi noch ein Reformgesetz durchsetzen, das für mehr Wirtschaftswachstum sorgen soll. Nach den Fahrplänen des Parlaments dürfte zunächst der Senat vom 15. bis 18. November das Stabilitätsgesetz mit den Reformzusätzen der Regierung behandeln. Dann geht der Entwurf in das Abgeordnetenhaus. Ob es zu Neuwahlen oder einer Übergangsregierung kommt ist ebenso offen, wie der Name des neuen Ministerpräsidenten in Griechenland.

HP über 5 Prozent im Minus

Keiner der 30 Dow-Werte konnte sich dem negativen Trend entziehen. Besonders deutlich erwischte es die Aktien von Hewlett-Packard (HP) , die um 5,32 Prozent absackten. Dahinter folgten mit minus 4,48 Prozent die Aktien von JPMorgan , die damit die Schwäche des europäischen Finanzsektors aufnahmen. Anteile der Bank of America sanken um 3,37 Prozent.

Aber auch für die Aktien rohstoffabhängiger Unternehmen wie den Aluminiumkonzern Alcoa und den Ölkonzern Chevron ging es wegen der rückläufigen Rohstoffnotierungen um bis zu 3,90 Prozent bergab.

Bei General Motors (GM) liess ein Gewinnrückgang die Aktie um 8,52 Prozent einbrechen. Im dritten Quartal hatte es wieder rote Zahlen bei deutschen Tochter des US-Autokonzerns Opel gegeben, obwohl mehr Fahrzeuge verkauft worden waren als ein Jahr zuvor. Die Papiere von Adobe Systems sackten um 11,18 Prozent ab, nachdem die Software-Firma mitgeteilt hatte, die Entwicklung ihres Flash-Programms zum Abspielen von Grafik und Video für Smartphones und Tablet-Computer einzustellen. Zudem will Adobe 750 Stellen streichen, was den erwarteten Nettogewinn verringern werde.

(rcv/awp)