Ins Zentrum der europäischen Sorgen scheint bei den Marktteilnehmern Italien zu rücken. Ein klares Zeichen für die anhaltenden Ängste seien dabei der auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen gerutschte Euro und die deutlich gestiegenen Renditen für italienische Staatsanleihen, heisst es.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 9.30 Uhr 0,59 Prozent auf 6116,38 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil 0,70 Prozent auf 948,81 Zähler, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,63 Prozent auf 5'624,73 Punkte ein.

Indes sind drei grössere Transaktion bekannt geworden: Lonza und Nestlé haben dazugekauft, Barry Callebaut hat verkauft. Ausserdem sorgt die Indexrevision der SIX, die am Freitag nach Börsenschluss bekannt wurde, für etwas Gesprächsstoff.

Mit Spannung warten Börsianer ausserdem auf die an diesem Abend nach Handelsschluss beginnende US-Berichtssaison, die traditionell von Alcoa eingeleitet wird. Darüber hinaus dürften Marktteilnehmer laut Börsianern im weiteren Wochenverlauf auch sehr genau auf die weiter anstehenden US-Konjunkturdaten schauen.

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Bankenwerte unter Druck

Wenn die europäische Schuldenkrise wieder vermehrt ins Bewusstsein der Anleger tritt, gehören die Finanztitel meist zu den schwächsten Werten. Dies ist auch am Montag nicht anders. CS sind mit einem Minus von 1,9 Prozent grösster Verlierer im Blue-Chips-Tableau. Dahinter folgen Swiss Life und UBS (je -1,6 Prozent), Swiss Re (-1,5 Prozent), Julius Bär (-1,2 Prozent) und ZFS (-1,2 Prozent) als nächstgrösste Verlierer.

Im Fokus stehen auch die Aktien von Lonza (-0,7 Prozent). Der Konzern will die US-amerikanische Arch Chemicals übernehmen. Mit diesem Zukauf vergrössern die Basler ihren Umsatz um rund die Hälfte. Die Akquisition ergibt Analysten zufolge strategisch durchaus Sinn, allerdings richte sich Lonza damit stärker auf ein tiefermargiges Geschäft aus, heisst es. Die Papiere von Lonza fallen ausserdem per Mitte September aus dem SMI und werden dort ersetzt durch die Papiere des Aromen- und Riechstoff-Herstellers Givaudan (-0,2 Prozent).

Als einziger der grossen Titel im Plus notieren Actelion (+0,1 Prozent), ohne dass dazu fundamentale News vorhanden wären. Zweitbester Wert ist SGS (unverändert), der Warenprüfkonzern wird am kommenden Freitag die Berichtssaison hierzulande eröffnen.

Veränderungen in den Indices

Weiter im Fokus stehen einzelne Titel noch wegen der SIX-Indexrevision. Während der PS von Schindler (-0,3 Prozent) neu in den SLI aufgenommen wird, fallen Weatherford (-0,3 Prozent) hinaus. In den SMIM (Index der 30 wichtigsten dem SMI folgenden Aktien) werden neben SMI-Absteiger Lonza auch der Zollfrei-Laden-Betreiber Dufry (-1,1 Prozent) und der Vermögensverwalter Partners Group (-0,3 Prozent) aufgenommen.

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Aus dem SMIM gestrichen werden neben dem SMI-Aufsteiger Givaudan der Logistikkonzern Panalpina (unverändert) und der Schokolade-Hersteller Barry Callebaut (-0,1 Prozent). Dieser hat am Montag ausserdem den Verkauf seines europäischen Verbrauchergeschäftes (Stollwerck) an die belgische Baronie-Gruppe bekannt gegeben.

Weiter stark unter Druck stehen Swissmetal (-24,6 Prozent). Zwar sind keine Neuigkeiten bekannt geworden, Konzernchef Martin Hellweg hat aber übers Wochenende in den Medien nochmals die schwierige Situation für den Buntmetall-Hersteller betont.

(cms/tno/awp)