Die Aktien der Swiss Life tendieren am am Mittag nach Angaben zum Geschäftsvolumen klar im Minus. Nach bereits tieferen Notierungen zu Handelsstart, kletterten die Titel für kurze Zeit ins Plus, ehe sie in der Folge auf Tagestiefststände abrutschten. Der Lebensversicherer weist für das dritte Quartal einen enttäuschend starken Rückgang des Geschäftsvolumens aus. Dagegen begrüssen die Analysten den Anstieg in der Gruppensolvenz und die Fortschritte mit den Kosteninitiativen.

Bis um 13.40 Uhr büssen Swiss Life 2,4 Prozent auf 96,95 (Tagestief: 97,25; Tageshoch 99,70) Franken ein und weiten damit die Kurseinbussen der Vortages (-1,2 Prozent) aus. Bislang wurden knapp 37'500 Titel gehandelt, dies bei einem durchschnittlichen Tagesvolumen der vergangenen Wochen von 119'000. Der Gesamtmarkt (SMI) verliert derzeit 0,82 Prozent.

Enttäuschende Volumen

Die Swiss Life habe einen über Erwarten starken Rückgang beim Geschäftsvolumen erlitten, meint Fabrizio Croce von Kepler Capital Markets. Insbesondere das internationale Geschäft habe enttäuscht. Dies sei allerdings nicht ganz so schlimm, da mit dem Grossteil der verlorenen Volumen tiefe Margen erwirtschaftet würden und das Geschäft mit Privatkunden mit hohen Reputationsrisiken verbunden sei.

Anzeige

Aus Sicht des ZKB-Analysten Georg Marti habe die Prämienentwicklung der Swiss Life die Erwartungen «nur knapp» erfüllt. Insgesamt überrasche der starke Volumenrückgang allerdings nicht. Positiv sei, dass sich das Schweizer Geschäft gut entwickle. Das Wachstum in der Schweiz habe sich aber im dritten Quartal abgeschwächt.

Swiss Life habe in einem herausfordernden Marktumfeld mit rekordtiefen Zinsen die Vorgaben der Bank Vontobel erreicht, meint Analyst Stefan Schürmann. Die gute Nachricht sei das anhaltend starke Wachstum in der Schweiz, dem Markt mit dem höchsten Gewinnbeitrag. Ausserdem seien die Initiativen des Programms Milestone bereits vollständig umgesetzt worden. Schürmann ist der Überzeugung, dass Swiss Life die richtigen Massnahmen ergreife und in Sachen Effizienz Fortschritte erziele.

Hohe Gruppensolvenz

Mit dem Solvenz-Ratio (Solvency I) von 201 Prozent hat die Gruppe die von der Bank Vontobel geschätzten 185 Prozent klar übertroffen. Georg Marti führt dies auf bondseitige Verbesserungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zurück. Auch Fabrizio Croce gefällt die Tatsache, dass die Solvenz nach dem Swiss Solvency Test (SST) über der Marke von 100 Prozent liegen dürfte.

Den CS-Analysten fehlten jedoch detaillierte Zahlen zum SST-Quotienten, wie sie etwa Konkurrenten publizierten. Mit den tiefen Zinsen, den dadurch unter Druck stehenden Resultaten und den fehlenden SST-Angaben sei ein Investment in Swiss Life mit grossen Unsicherheiten verbunden. Für die Aktien sprechen gemäss CS die tiefe Bewertung, Verbesserungen in der Profitabilität und die Verlagerung des Produktmix hin zu weniger kapitalintensiven und modernen Versicherungslösungen.

Anzeige

Die Equity Research der CS belässt das Rating auf «Neutral» mit einem Kursziel von 155 Franken, während Kepler an der «Hold»-Einschätzung (Kursziel: 123 Franken) festhält. Zum «Kauf» empfohlen werden Swiss Life von Helvea (185 Franken), der Bank Vontobel (155 Franken) oder der ZKB («Übergewichten»).

Die Faktoren, welche auf die Prämienentwicklung drückten, seien seit Jahresbeginn die gleichen, weshalb kurzfristig kein allzugrosser Druck auf den Swiss-Life-Papieren zu erwarten sei, meint Tim Dawson von Helvea. Die Gruppe sei in der Lage, in einem Umfeld mit tiefen Zinsen Gewinne zu erwirtschaften, lobt er. Die Verlagerung zu modernen Produkten werde die Abhängigkeit vom Zinsumfeld reduzieren.

(kgh/rcv/awp)