Nach dem Plus von 4,5 Prozent in der Vorwoche hält der Aufwärtstrend am Schweizer Aktienmarkt vorerst an, wobei derzeit die Finanztitel mit am meisten profitieren. Gestützt wird das positive Sentiment von den guten Vorgaben. Die Wall Street hatte zum Wochenschluss letztendlich positiv auf die Rede von Ben Bernanke reagiert und die US-Börsen sind nahe ihrem Tageshoch aus dem Handel gegangen, was auch die Märkte in Asien am Morgen angetrieben hat.

Die Rede vom US-Notenbank kurz vor dem europäischen Börsenschluss wurde in Marktkreisen als «klug» bezeichnet, da er nachdrücklich seinen Glauben an eine Wirtschaftserholung betont, und die Hintertür für weitere Massnahmen offen gelassen habe. Für eine freundliche Grundstimmung sorgt zudem, dass der Wirbelsturm «Irene» in den USA viel glimpflicher abgelaufen ist als zuvor befürchtet.

Bis um 9.30 Uhr zieht der SMI um 1,49 Prozent auf 5402,61 Punkte an. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index legt 1,62 Prozent auf 805,68 Punkte zu und der breite Gesamtmarkt (SPI) 1,46 Prozent auf 4915,21 Punkte.

Franken bewegt sich weiter nach unten

Am Devisenmarkt bewegt sich der Schweizer Franken weiter nach unten. Kurz vor Börsenöffnung ist der Euro auf über 1,18 Franken gesprungen und der Dollar auf über 81 Rappen. Aktuell kostet der Euro 1,1829 Franken und der US-Dollar 0,8144 Franken.

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Von den Bluechips stehen derzeit alle im Plus. Am meisten legen derzeit Weatherford (+3,0 Prozent), Holcim (+2,9 Prozent) und ABB (+2,5 Prozent) zu. Gestützt von einem positiv gefärbten Artikel in der Wochenendpresse ziehen auch Logitech (+1,8 Prozent) klar an.

Mit an der breiten Spitze finden sich nebst Geberit und Richemont (je +2,0 Prozent) auch einige Finanzwerte. Von diesen klettern CS und UBS (je +1,9 Prozent) ähnlich deutlich nach oben wie ZFS (+2,0 Prozent) oder Swiss Life (+2,2 Prozent). Der Versicherungssektor hatte vor dem Wochenende noch unter den Sorgen um den Wirbelsturm «Irene» gelitten, da grosse Schäden an der dichtbesiedelten Ostküste der USA befürchtet wurden. Dass der Sturm letztlich um Einiges glimpflicher abgelaufen ist als befürchtet, stützt den gesamten Sektor. So ziehen auch Swiss Re (+1,8 Prozent) klar an und Bâloise (+1,5 Prozent) leicht moderater.

Swatch gesucht

Deutlich gesucht sind auch Swatch (+1,8 Prozent). Konzernchef Nicolas Hayek hatte sich in der Wochenendpresse kritisch gegenüber dem Hilfspaket des Bundes zur Stützung der Schweizer Wirtschaft geäussert. Damit untergrabe man die Arbeit der SNB weil das Signal ausgesendet werde, dass man in der Schweiz nicht an eine Abwertung des Frankens in den nächsten zwölf Monaten glaube, sagte er.

Eher im hinteren Teil der Tabelle sind Novartis zu finden, welche aber dennoch ein solides Plus von 0,8 Prozent aufweisen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA fordert vom Pharmakonzern Novartis zusätzliche Informationen zum Medikament Ilaris, was den Kurs aber kaum gross zu beeinträchtigen scheint. Weitere klinische Daten sollen das Nutzen-Risiko-Profil bei der Behandlung gichtartiger Arthritis aufzeigen. Mitte Juni hatte sich ein beratender Ausschuss der FDA gegen eine Zulassung von Ilaris bei gichtartiger Arthritis ausgesprochen. Zwar hat der Ausschuss die Wirksamkeit des Medikaments bestätigt, gleichzeitig aber Sicherheitsbedenken geäussert.

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Roche (+1,1 Prozent) und Nestlé (+1,4 Prozent) befinden sich in der Tabelle in unmittelbarer Nachbarschaft zu Novartis. Auch Actelion (+1,3 Prozent) gehören zum hintersten Drittel. Das Pharmaunternehmen hat mit einer Phase-II-Studie mit Macitentan bei Patienten mit idiopathischer pulmonaler Fibrose keinen Erfolg gehabt. Zwar habe die Studie ein vielversprechendes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil gezeigt, im Hinblick auf erhöhte Leberenzymwerte habe es aber zwischen Placebo und Macitentan keinen Unterschied gegeben, weshalb auf die Durchführung einer Phase-III-Studie für diese Indikation verzichtet wird.

Finanzwerte fallen auf

Die geringsten Avancen verzeichnen derzeit Synthes (+0,2 Prozent) und Clariant (+0,6 Prozent).Im breiten Markt fallen einige Finanzwerte auf, welche gegen den Trend klar an Terrain einbüssen. Es sind dies CFT (-5,3 Prozent), Bondpartners (-4,6 Prozent) und LLB (-5,0 Prozent). Überdurchschnittlich sind weiter die Verluste von Pax Anlage (-2,8 Prozent) oder VP Bank (-2,0 Prozent).

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Orascom (-0,5 Prozent) verlieren ebenfalls am Wert, nachdem das Unternehmen ein Gerichtsurteil in Kairo wegen vermuteter Verstösse gegen die Offenlegungsvorschriften bekanntgegeben hat. Orascom-Chef Samih Sawiris ist gemäss dem noch nicht rechtskräftigen Urteil zu zwei Jahren Gefängnis und Busse verurteilt worden, das Unternehmen hat allerdings Rekurs dagegen eingereicht und will mit den Behörden Schlichtungsgespräche führen.

Nach Zahlen zeigen sich nach Zahlen PubliGroupe (-1,1 Prozent) etwas schwächer, während Metall Zug noch vom Handel ausgesetzt sind und Oridion (+3,0 Prozent) klar teurer werden.

(laf/tno/awp)