Den Aktien des Agrochemiekonzerns Syngenta geht zum Wochenschluss etwas die Luft aus. Nachdem am Donnerstag Berichte über BASF als zweiten Interessenten für die Basler noch für Kursgewinne gesorgt hatten, gewinnt die Skepsis über das Zustandekommen eines solchen Deals wieder die Oberhand. Und je länger an der Übernahmefront nichts geschieht, desto fraglicher wird es, ob überhaupt eine Transaktion zustande kommen wird. Daher werden Händlern zufolge vor dem Wochenende die aufgelaufenen Gewinne mitgenommen.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Gegen 10.55 Uhr notierten Titel von Syngenta mit 2,5 Prozent im Minus auf 416 Franken. Am Donnerstag hatten die Papiere noch um 1,2 Prozent zugelegt. Der SMI stand derweil am Freitagvormittag 1,18 Prozent im Minus.

Bereits zwei Wochen ins Land gegangen

Wie die «Schweiz am Sonntag» kolportierte, würden die Amerikaner ihr aktuelles Angebot von 449 Franken je Syngenta-Aktie gegen die 500-Franken-Marke oder gar darüber schrauben. Ein Gewährsmann habe von einem Preis zwischen 500 und 550 Franken gesprochen, so das Blatt. Es sei «gut möglich, dass Monsanto bereits nächste Woche das Angebot aufbessert», hiess es am Pfingstwochenende.

Diese Frist ist jedoch längst vorbei - es sind bereits zwei Wochen ins Land gegangen. Und von keiner der beiden Seiten gab es seither ein offizielles Statement. Einzig die Finanzpresse gibt seither tröpfchenweise vermeintliche Details zum Stand der Verhandlungen preis. Von einer steigenden Bereitschaft Syngentas war beispielsweise die Rede, jedoch nur zu einem höheren Preis und unter der Bedingung einer ungewöhnlich hohen «Breakup Fee».

«Der Deal könnte scheitern»

Nun zitiert Reuters am Berichtstag erneut Syngenta nahe stehende Personen mit der Worten: «Der Deal könnte scheitern.» Der Insider weist der Nachrichtenagentur zufolge auf die grossen wettbewerbsrechtlichen Probleme einer Übernahme durch Monsanto hin. Die Kartellberater der beiden Unternehmen hätten sich bis dato zweimal in New York getroffen, zuletzt vergangene Woche. Doch auch nach diesen Treffen bleibe es unklar, ob «irgendeine Vereinbarung» zu Stande komme.

Am Donnerstag hatten vor allem auch Fantasien um ein bevorstehendes Bietergefecht zwischen Monsanto und BASF den Syngenta-Aktien Auftrieb verliehen. Doch mit ein wenig Abstand betrachtet erscheine dieses Szenario sehr unwahrscheinlich, sind sich die Experten durchs Band einig. Eine Übernahme käme BASF erstens zu teuer und würde vor allem noch höhere kartellrechtliche Hürden aufstellen, als ein Deal zwischen Syngenta und Monsanto.

(awp/tno)