Fondsmanager rechtfertigen hohe Verwaltungsgebühren gerne damit, dass sie Trends und Kursentwicklungen früh erkennen und Kunden davon profitieren. Doch gerade bei der heissesten Aktie des Jahres in Amerika hat dies überhaupt nicht geklappt. Tesla Motors hat seinen Börsenwert in wenigen Monaten von vier auf 20 Milliarden Dollar gesteigert. Die Aktie des US-Herstellers von elektronisch betriebenen Sportwagen legte seit Jahresbeginn um mehr als 410 Prozent zu, weil die Geschäftszahlen besser als an der Wall Street erwartet ausfielen und dies Hoffnungen auf einen baldigen Durchbruch der Elektromobilität schürte. Und fast kein Fondsmanager hat diese Entwicklung rechtzeitig erkannt. Viele stiegen erst spät ein oder wetteten sogar lange auf einen Kursverfall.

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Nach Daten der Thomson-Reuters-Fondstochter Lipper hatten nur 190 von knapp 2100 aktiv gemanagten US-Aktienfonds das Papier zu Jahresbeginn schon im Portfolio. Bei jungen Firmen, die noch stark wachsen, sind Analysten zufolge aber meist mindestens 400 Fonds engagiert. Die Perspektiven von Tesla wurden also offenbar deutlich unterschätzt. Lipper zufolge ist die Mehrheit der Fonds erst nach dem ersten Quartal eingestiegen, als die Aktie bereits um 170 Prozent gestiegen war.

Für Fonds, die erst jetzt auf den Zug aufspringen, könnte dies nach dem satten Kursplus sogar riskant sein. «Ich denke, dass das eine Preisblase ist», sagt der Hedgefonds-Manager John Thompson. Der Elektro-Flitzer von Tesla mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern und einem Preis von mindestens 62'000 Dollar sei für Reiche als zusätzliches Spielzeug attraktiv. Es sei aber kein Produkt für die Massen. «Bei einem Börsenwert von 20 Milliarden Dollar braucht man aber ein Mainstream-Auto.»

Sind Fondsmanager ihr Geld wert?

Auch bei anderen Börsen-Höhenfliegern in den USA wie Best Buy, Netflix oder SolarCity sahen viele Fonds nicht gut aus. Das stellt die Preispolitik der Investmentfonds zunehmend infrage. Im Schnitt nehmen aktiv gemanagte Aktienfonds 1,20 Dollar Gebühren pro 100 Dollar Anlagesumme. Bei Fonds, die nur passiv bestimmte Indizes abbilden, sind es dagegen nur 20 Cent.

Das Problem dabei: Die passiv gemanagten Fonds schlagen sich oft besser. 2013 zum Beispiel haben sich nur 39 Prozent der aktiv gemanagten Fonds bislang besser als der S&P-500-Index der grössten US-Konzerne entwickelt und damit die höheren Gebühren gerechtfertigt, wie aus Daten des Fondsanalysehauses Morningstar hervorgeht. Sollte diese Quote bis zum Jahresende so bleiben, wäre es noch immer der beste Wert seit mehr als fünf Jahren.

(reuters/jev/rcv)