Im Spannungsfeld mehrerer Übernahmepläne auf der einen und etwas enttäuschender Konjunkturdaten auf der anderen Seite hat der Dow Jones Industrial zunächst moderate Verluste eingefahren. Zudem stand eine Reihe an Unternehmenszahlen im Blick.

In den USA war die Beschäftigung im Privatsektor im April schwächer als erwartet gestiegen, wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mitgetteilte.

Für den US-Leitindex ging es um 0,39 Prozent auf 12‘757,33 Punkte nach unten, der breiter gefasste S&P-500-Index büsste 0,46 Prozent auf 1350,32 Prozent ein. Da insbesondere im Technologiesektor Bewegung aufgrund milliardenschwerer Übernahmevorhaben ist, fiel das Minus an der Technologiebörse Nasdaq geringer aus. Hier büsste der Nasdaq Composite 0,11 Prozent auf 2838,59 Punkte ein, der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,12 Prozent auf 2389,89 Punkte.

Die Aktien von Varian Semiconductor schossen dank einer Übernahmeofferte um mehr als 51 Prozent auf 61.25 US-Dollar nach oben. Der Chipausrüster Applied Materials will den Konkurrenten für 4,9 Milliarden Dollar in bar übernehmen. Das entspreche 63 Dollar je Aktie, womit das Angebot einen 55-prozentigen Aufschlag zum Schlusskurs der Varian-Papiere vom Dienstag beinhalte, sagten Börsianer. Applied Materials-Anteilsscheine lagen indes mit 1,11 Prozent im Plus bei 15.43 Dollar. Analysten bezeichneten eine solche Transaktion als strategisch sinnvoll, da Varian im Solar-Ausrüsterbereich aktiv sei und damit gut zu Applied Material passe. Vor etwa einem Monat hatte sich erst Texas Instruments für 6,5 Milliarden Dollar National Semiconductor geschnappt. Hierbei war sogar ein Aufschlag von 78 Prozent gezahlt worden.

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Time Warner und Kellogg verlieren

Ein gemischtes Bild zeichneten die Zahlen des Medienkonzerns Time Warner. Zum einen wurden die Markterwartungen beim Umsatz übertroffen, zum anderen musste das Unternehmen jedoch einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die Papiere reagierten darauf mit einem Minus von 2,25 Prozent auf 36,88 Dollar.

Gestiegene Kosten hatten indes dem Getreideprodukte-Hersteller Kellogg das Leben im ersten Quartal schwer gemacht, der Gewinn war folgerichtig geringer als vom Markt erhofft ausgefallen. Die Titel verloren in der Folge 1,69 Prozent auf 56,47 Dollar.

Die Aktien der Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) verbilligten sich trotz Rekordumsätzen und -gewinnen um 2,27 Prozent auf 113,81 Dollar. Der Konzern will gemeinsam mit der Nasdaq OMX den Konkurrenten NYSE Euronext übernehmen und damit die Deutsche Börse ausstechen.

Bereits am Vorabend hatte First Solar seine Resultate vorgelegt. Der weltgrösste Photovoltaikkonzern hatte im ersten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Zudem hatte die Unternehmensführung bei der Zahlenvorlage auf die wachsende Konkurrenz aus China sowie fallende Preise in Europa hingewiesen. First Solar-Anteile rutschten um 5,08 Prozent auf 127,82 Dollar ab.

(laf/tno/awp)