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UBS-Aktien gewinnen nach Investorentag

Der Kursverlauf begann volatil. (Bild: Keystone)

Die Aktien der UBS haben den Handel am Freitag zwar tiefer eröffnet, sind aber nach kurzer Zeit ins Plus gedreht. Nach einem sehr volatilen Kursverlauf in den ersten paar Minuten scheint sich das Papi

Veröffentlicht am 18.11.2011

Der am Vorabend in New York abgehaltene Investorentag der Schweizer Grossbank UBS weiss die wenigsten Analysten zu überzeugen. Höchstens die Dividendenankündigung wird positiv gesehen.

Die UBS strebt ab 2013 neu eine Eigenkapitalrendite (RoE) von 12 bis 17 Prozent für den Gesamtkonzern wie auch für das Investment Banking an. Die risikogewichteten Aktiven (RWA) des Konzerns sollen von derzeit 400 illiarden Franken über fünf Jahre auf 270 Milliarden Franken reduziert werden. Im Investment Banking ist eine Reduktion von 300 auf 155 Milliarden Franken geplant. Für das laufende Geschäftsjahr will die UBS ausserdem erstmals seit langem eine Dividende - und zwar 0,10 Franken je Aktie - entrichten.

Kurz nach 11 Uhr notiert die Aktie in einem leicht schwächeren Gesamtmarkt und bei hohen Volumina 0,9 Prozent höher bei 10,58 Franken (Tageshoch 10,63). Der Titel steht damit im Blue-Chips-Tableau weit oben, während die Papiere des Konkurrenten Credit Suisse mit einem Minus von 1,8 Prozent fast schwächster Wert sind. Am Vortag hatten die UBS-Titel in einem schwachen Gesamtmarkt 2,9 Prozent eingebüsst, im Vergleich zu Ende 2010 verliert das Papier aber noch immer klar über 30 Prozent (CS -44 Prozent).

Die neuen Mittelfristziele werden in Analystenkreisen als realistisch, im gleichen Atemzug aber auch als etwas enttäuschend bezeichnet. Die CS etwa meint in einem Kommentar, dass der Range beim RoE-Ziel etwas grösser sei als erwartet, wobei vor allem der untere Wert deutlich tiefer sei als die meisten vorausgesagt hätten. Barclays meint dazu, dass die RoE-Ziele für die Investmentbank nur erreichbar seien, wenn die Einnahmen deutlich ansteigen würden. Oder in anderen Worten: Bei den jetzigen Marktverhältnissen müsse der untere Wert als Basisszenario angenommen werden.

Die Analysten der britischen Bank hätten sich auch eine etwas grössere RWA-Reduktion erwartet. Diese sei weniger ambitiös als erhofft ausgefallen und dürfte entsprechend für einige Enttäuschung sorgen. Zudem sei der Ausstieg aus Geschäften in der Investment Bank subtiler als manche erhofft hätten. Es entspreche nur dem, was alle Investment-Banken derzeit machten. Die Deutsche Bank äussert sich ähnlich, wolle die UBS doch nur aus 4 von 25 Business Lines aussteigen. Die angekündigte Restrukturierung sei denn auch eine verpasste Gelegenheit.

Überraschende Dividendenzahlung

Die Bank Wegelin kommentiert wie immer in gewohnt blumiger Art: «UBS setzt die Nagelschere an», heisst die Überschrift. Dass die UBS die Investment Bank redimensioniere, sei grundsätzlich positiv. Die Frage, warum dies aber nicht schon viel früher geschehen sei, sei gestern allerdings offen geblieben.

Was bei den meisten Analysten dagegen positiv aufgenommen wurde, ist die überraschend angekündigte Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2011. Auch wenn die Dividenden-Rendite mit rund 1 Prozent (0,10 Franken bei Aktienkurs von gut 10 Franken) klein sei, wie die CS anmerkt. Gewissermassen eine Versöhnung mit den Aktionären, die Vertrauen wieder aufbauen solle, heisst es bei Wegelin.

Insgesamt waren die Erwartungen aber vielleicht auch etwas hoch. Die CS meint jedenfalls, dass die News vom Investoren-Tag das seien, was man habe erwarten können angesichts des Handelsverlustes in London und der erst ganz neulich erfolgten Einsetzung von Sergio Ermotti zum definitiven CEO. Die japanische Nomura ihrerseits spricht von glaubwürdigen neuen Zielen und empfiehlt die Aktien der Bank dank ihrer defensiven Qualitäten auch zum Kauf.

(laf/vst/awp)

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