Die Aktien der UBS haben sich nach der Bekanntgabe von Stellenstreichungen verteuert. Vor 10 Uhr standen die Papiere mit 2,4 Prozent im Plus und notierten damit etwas höher als der Gesamtmarkt. Die Grossbank will ihre jährliche Kostenbasis um zwei Milliarden Franken senken und dafür 3500 Stellen abbauen.

Der Grund für die positive Notierung liege aber vielmehr bei den positiven Vorgaben aus dem asiatischen Markt, erklärten Händler. Dies sei an der Kursentwicklung bei Credit Suisse ablesbar, die mit plus 3,1 Prozent deutlicher als UBS anziehen.

Insgesamt ist der Schweizer Aktienmarkt sehr freundlich in den Handelstag gestartet. Das Sentiment wird Händlerangaben zufolge von guten Vorgaben aus Asien gestützt, wo positive Wirtschaftsdaten aus China für Rückenwind gesorgt hatten. Auch das Ausbleiben von schlechten Nachrichten habe zur Stabilisierung der Märkte beigetragen, erklären Beobachter. 

Zudem hält sich Marktteilnehmern zufolge die Hoffnung auf eine weitere Runde geldpolitischer Lockerung durch die US-Notenbank (QE3), weshalb die Rede von deren Chef Ben Bernanke am Freitag als das Ereignis der Woche gelte. An gleicher Stelle hatte er bereits QE2 angekündigt.

Uhrenexporte: Swatch und Richemont im Plus

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Bis um 9.30 Uhr gewann der SMI 1,81 Prozent auf 5237,34 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index steigt um 1,93 Prozent auf 777,02 und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 1,60 Prozent auf 4756,03 Punkte.

Die Versicherungen sehen ZFS (+2,3 Prozent) und Swiss Re (+2,2 Prozent) deutlich im Plus. Letztere werden von einer Kaufempfehlung durch die UBS gestützt. Die jüngsten Kursrücksetzer seien übertrieben, heisst es in der Studie zum europäischen Versicherungssektor.

Grosse Gewinne verzeichnen auch Richemont (+3,6 Prozent) und Swatch (+2,5). Die Papiere profitieren von unverändert starken Uhrenexporten; diese sind im Juli um mehr als 20 Prozent gewachsen. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) sprach von einem «Glanzresultat».

Flughafen Zürich und Lindt & Sprüngli stark

Zuletzt stark gebeutelte zyklische Valoren werden vorbörslich gesucht: ABB steigen um 2,3 Prozent, Adecco um 2,0 Prozent, Clariant um 2,6 Prozent, Holcim um 1,1 Prozent und Logitech gar um 4,6 Prozent. Die zuletzt starken Novartis (+1,6 Prozent), Nestlé (+1,3 Prozent) und Roche (+1,5 Prozent) fallen hingegen leicht hinter den Gesamtmarkt zurück und zollen ihrem defensiven Charakter Tribut.

Im breiten Markt stechen der Flughafen Zürich (+5,8 Prozent) sowie Lindt & Sprüngli (PS: +5,0 Prozent) nach Halbjahreszahlen positiv hervor. Beide haben die durchschnittlichen Analystenschätzungen deutlich übertroffen.

Weniger gut meint es die Börse hingegen mit Charles Vögele (-8,4 Prozent) oder Lifewatch (-9,0 Prozent). Das Bekleidungsunternehmen hätte auch unter Ausrechnung einer Goodwill-Abschreibung von 36,2 Millionen Franken die Schätzungen der Analysten verfehlt. Das Resultat sei deutlich schwächer ausgefallen, als nach der bereits im Mai erfolgten Gewinnwarnung erwartet wurde, resümiert die ZKB in einer ersten Stellungnahme. Auch die abermalige Senkung des Ausblicks sei enttäuschend.

(tno/rcv/sda/awp)