Am Dienstag haben politische Risiken die Börsen in Fernost belastet. Anleger zeigten sich angesichts der Spannungen am Golf, der anstehenden Anhörung des entlassenen FBI-Chefs James Comey sowie der britischen Parlamentswahl verunsichert, sagten Analysten. Dies habe Auswirkungen auf den Ölpreis, den Dollar und die Aktienkurse gehabt.

In Tokio büsste der Nikkei-Index knapp ein Prozent auf 19'979 Punkte ein und fiel damit unter die psychologisch wichtige Marke von 20'000 Zählern, die er in der vergangenen Woche übersprungen hatte. Der stärkere Yen belastete insbesondere Exportwerte.

Blick nach Katar

In Shanghai zeigten sich die Kurse wenig verändert. Der MSCI-Index für Aktien im Asien-Pazifik-Raum ohne Japan notierte 0,2 Prozent tiefer.

Anleger blickten insbesondere nach Katar, das wegen des Vorwurfs der Terrorismusunterstützung von mehreren Nahost-Ländern massiv unter Druck gesetzt wird. Der Ölpreis gab weiter nach. Die richtungsweisende Sorte Brent verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 49,23 Dollar je Barrel (159 Liter).

Mit Spannung warteten Investoren auch auf die am Donnerstag anstehende Anhörung des Ex-FBI-Chefs, der einem Medienbericht zufolge die gegen US-Präsident Donald Trump erhobenen Vorwürfe in der Russland-Affäre bekräftigen will.

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Toshiba im Fokus

Bei den Einzelwerten standen in Tokio die Papiere von Toshiba im Fokus, die gegen den Trend fast drei Prozent zulegten. Die Zeitung «Asahi» berichtete, der angeschlagene Konzern wolle mit dem US-Chiphersteller Broadcom exklusiv über den Verkauf seiner lukrativen Chipsparte verhandeln. Toshiba wollte sich nicht äussern. Der Verkauf soll für den Konzern zum erhofften Befreiungsschlag werden.

Im fernöstlichen Devisenhandel verlor der Dollar gegenüber der japanischen Währung und war für 109,66 Yen zu haben. «Dass der Dollar relativ deutlich unter die Marke von 110 Yen gefallen ist, beunruhigt die Anleger», sagte Analyst Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

(sda/chb)