Der Schweizer Aktienmarkt hat den letzten Handelstag der Woche mit etwas leichteren Kursen aufgenommen, tendiert seither aber mehrheitlich um die Nullinie. Der Standardwerte-Index kann damit nicht an die Gewinne des Vortages anknüpfen und leidet etwas unter den negativen Vorgaben aus Übersee.

Zu schlecht waren die jüngsten US-Konjunkturdaten, als dass die nachbörsliche Rede Präsident Obamas die Stimmung hätte umkehren können. Obama will der lahmenden US-Wirtschaft mit einem rund 450 Milliarden US-Dollar schweren Konjunkturprogramm aus der Talsohle helfen. Die Obama-Rede schaffte es jedoch nicht, die Börsen in Tokio zu beflügeln. Der Tokioter Aktienmarkt wurde zudem durch die Einschätzung der japanischen Regierung geschwächt, wonach die japanische Wirtschaft immer stärker mit Gegenwind zu kämpfen habe.

G7-Treffen im Blickfeld

Bis um 09.30 Uhr verliert der SMI um 0,17 Prozent auf 5419,60 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,42 Prozent auf 828,07 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,31 Prozent auf 5018,45 Punkte.

Im Blickfeld steht nun das an diesem Freitag beginnende G7-Treffen. Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industriestaaten beraten in Marseille über Massnahmen gegen die sich weltweit abschwächende Konjunktur.

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Bei den Einzeltiteln zeigen sich die Banktitel UBS (-1,2 Prozent), CS (-1,3 Prozent) und Julius Bär (-0,2 Prozent) mit Abschlägen. Goldman Sachs hat für einige europäische Bankaktien, darunter auch Julius Bär, Sarasin (+0,4 Prozent) und EFG (-1,3 Prozent), die Kursziele gesenkt. Morgan Stanley reduziert ebenso im Rahmen einer Sektorstudie seine EPS-Schätzungen für die UBS und Julius Bär.

Abwärts geht es auch bei den konjunktursensitiven Titeln wie ABB (-1,1 Prozent) und Holcim (-1,8 Prozent). Bei ABB senkt die UBS ihre EPS-Schätzungen aufgrund tieferer BIP-Prognosen und passt das Kursziel auf 20 von 25 Franken an.

Gerüchte über Nestlé-Übernahmepläne

Die Pharmatitel Roche (-0,1 Prozent) und Novartis (+0,4 Prozent) zeigen sich uneinheitlich.

Lonza (+0,1 Prozent) stehen leicht höher. Allerdings befürchtet Vontobel aufgrund der Gewinnwarnung von Clariant, dass die Nachfrage auch bei Lonza nachlassen könnte.

Nestlé (+0,4 Prozent) verteuern sich ebenfalls leicht. Zu Nestlé kursieren Gerüchte über eine mögliche Übernahme eines russischen Babynahrungsherstellers. Laut der Tageszeitung «Kommersant» hat Nestlé unter anderem seine Mitbewerber Heinz und Danone beim Wettlauf um den Kauf von Progress, einem der führenden Hersteller von Babynahrung in Russland, aus dem Feld geschlagen, schreibt die Bank Vontobel in einem Morgenkommentar. «Mit der Übernahme von Progress könnte sich Nestlé unter globalen Unternehmen die Spitzenposition auf dem russischen Markt für Babynahrung sichern», so die Analysten. Bei Nestlé war bisher für einen Kommentar niemand zu erreichen.

Burckhardt Compressions auf Tauchkurs

In der zweiten Reihe geben Burckhardt Compressions (-10,9 Prozent) nach. Das Unternehmen hat die Ziele infolge der Frankenstärke gesenkt. Bei Gurit (-6,5 Prozent) belasten die Ergebnisse des 1. Halbjahres, die auf Umsatz- und EBIT-Stufe vor allem durch den negativen Währungseffekt stärker als erwartet belastet wurden.

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Walter Meier (-1,4 Prozent) übernimmt ein im Bereich Humifikation tätiges dänisches Unternehmen. «Wir begrüssen den anhaltenden Fokus, Marktführer in starken Nischen zu werden», kommentiert Vontobel dazu.

Newron (-1,0 Prozent) hat mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen getroffen. Der Halbleiter-Hersteller u-blox (unv.) profitiert bislang nicht davon, dass die Personal Tracking Geräte der singapurischen Daviscomms mit hauseigenen GPS und GSM ausgestattet werden.