Dirk Müller - er gilt als «das Gesicht der Börse». «Mein Arbeitsplatz lag fast 10 Jahre lang direkt unter der grossen Anzeigetafel mit dem Dax-Chart», steht auf seiner Homepage geschrieben. Mittlerweile hat sich Müller selbstständig gemacht, ist aber nach wie vor Börsenhändler an der Frankfurter Börse. Die meiste Zeit verbringe er aber in seiner Rolle «als Dolmetscher zwischen den Finanzmärkten und den Menschen ausserhalb der Börse».

Müller, der sich Ende der Achtzigerjahre - begleitet vom legenden Friedhelm Busch in der «Telebörse» - vom Thema Anlegen begeistern liess, ist ein gefragter Mann: «Man erkannte, dass dieses Gesicht der Börse auch eine klare Meinung und Markteinschätzung hat, die nicht immer mit dem Mainstream übereinstimmt», sagt er. Von den Medien erhielt er den Übernahmen «Mister Dax».

In einem aktuellen Interview mit der «Financial Times Deutschland» gibt Müller indes zu, dass in der jetzigen Marktlage der Durchblick nicht ganz einfach falle. «Traditionelle Mechanismen funktionieren nicht mehr.» Müller rät zur Investition in Realwerte - und nennt nebst Immobilien («sind aber schon sehr teuer») auch Aktien und Edelmetalle.

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Aktien kaufen - aber mit Versicherung

Wer Aktien kauft, soll sich absichern. «Derivate sind kein Hexenwerk», so Müller - er vergleicht den Aufwand mit dem Abschluss einer Feuerversicherung. «Sich drei Stunden mit dem Thema auseinander zu setzen, reicht.» Wer der Einfachheit halber auf Indexfonds (Exchange Traded Funds/ETF) setzen will, soll auf die replizierende Variante setzen, alles andere sei «Zockerei».

Spätestens in drei Jahren rechnet «Mister Dax» mit einem grossen Wirtschaftseinbruch - befeuert durch China. «Die Staaten sind dann gezwungen, sehr unkonventionelle Massnahmen zu ergreifen», so Müller, der dabei an eine Inflationierung oder Schuldenschnitte denkt. Danach erfolge «ein lang anhaltender Aufschwung».

Gold sei nicht vorbehaltlos als Alternative zu empfehlen: «Goldfonds tragen wesentlich zur Preistreiberei bei.» Als «Perversion» bezeichnet Müller physisch hinterlegte Produkte: Eigentlich helfe es nur, Goldmünzen und Barren im eigenen Safe aufzuheben.

(vst)