Die Wall Street hat noch innerhalb der ersten Handelsstunde den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Laut Händlern handelte es sich dabei auch um eine nötige Gegenbewegung. Allerdings fänden die Märkte dennoch keine Ruhe, schränkten die Börsianer ein. Am Vortag war es an der Wall Street bereits zu einem Ausverkauf gekommen. Rezessionssorgen und verheerende US-Konjunkturdaten hatten den Dow Jones zur Schlussglocke unter die Marke von 11’000 Punkten gedrückt.

Zuletzt stand der Dow Jones bei 11’009,69 Punkten und damit um 0,17 Prozent fester. Damit schaffte es der US-Leitindex wieder über die Marke von 11’000 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,50 Prozent hinzu auf 1146,30 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,65 Prozent auf 2086,42 Punkte und für den Composite-Index stand ein Plus von 0,73 Prozent auf 2397,86 Punkte zu Buche.

Dass die Märkte keine Ruhe finden, zeigte sich auch in den verschiedenen Volatilitätsindizes. Der Vix, wie der Chicago Board Options Exchange Volatility Index genannt wird, legte im frühen Handel 4,1 Prozent zu auf 44,43 Punkte. Der Vstoxx in Europa gewann ebenfalls hinzu. "Was wir hier sehen ist eine Vertrauenskrise", sagte ein Stratege. Der Markt habe Angst, in eine Rezession zu schlittern und dabei von nicht funktionierenden Regierungen geführt zu werden.

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HP geben nach

Auf Unternehmensseite standen zuletzt erneut die Papiere von Hewlett-Packard (HP) im Blick. Die Aktien sackten nach dem am Vorabend bereits angekündigten Konzernumbau um mehr als ein Fünftel ab. Das war der grösste Tagesverlust seit mindestens 1980. Der massive Umbau des Konzerns stösst bei den Anlegern auf grosse Zweifel. HP-Chef Léo Apotheker will sich vom PC-Geschäft trennen und Milliarden für den Zukauf eines britischen Software-Anbieters ausgeben.

Auf der Gewinnerliste standen unter anderem Werte wie McDonald's und Cisco Systems , die sich um knapp drei und knapp zwei Prozent verteuerten. Chevron Corp. legten ebenfalls um knapp zwei Prozent zu. Die Ölaktien profitierten laut Händlern von einem Analystenkommentar.

Nach Ansicht von Patrick Franke, USA-Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen, ist die Bekämpfung der aktuellen Börsentalfahrt schwierig, weil die Ursachen unklar sind. Ein Auslöser sei sicherlich die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) gewesen. Diese sei zwar nicht überraschend gekommen und habe sich auch nicht negativ auf den US-Staatsanleihenmarkt ausgewirkt. Dennoch sei die Unsicherheit zuletzt merklich gestiegen. Hinzu kommt die Schuldenkrise in der Eurozone: So kommen in den USA zunehmend Sorgen um die Finanzstärke europäischer Banken auf. Aufgrund von Verflechtungen mit US-Banken hätte dies auch gravierende Folgen für den dortigen Markt.

(laf/sda/awp)