Die Wall Street hat nach dem grössten Tagesgewinn seit vier Jahren ihren Höhenflug am Donnerstag fortgesetzt. Börsen-Beobachter verwiesen auf die sich erholenden Kurse in China, wo es zuletzt grosse Sorgen um eine Abkühlung der dortigen Wirtschaft und in der Folge einen wochenlangen Crash am Aktienmarkt gab.

Deswegen gehen viele Marktteilnehmer mittlerweile davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Wirtschaft noch länger mit billigem Geld versorgen wird. Eine Zinserhöhung im September ist für die meisten Experten mittlerweile vom Tisch. Die US-Notenbankerin Esther George riet zur Vorsicht.

Zinserhöhung weiter möglich

Weil die US-Wirtschaft aber brummt, dürfte es zum Jahresende so weit sein. Im zweiten Quartal kletterte das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um 3,7 Prozent, stärker als von Ökonomen erwartet. Händler sprachen von einer guten Stimmung an den Börsen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,3 Prozent höher auf 16'654 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 2,4 Prozent auf 1987 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,5 Prozent auf 4812 Punkte.

Im Mittelpunkt des Handels standen unter anderem die Aktien von St Jude Medical, die sich um über vier Prozent verteuerten. Laut «Financial Times» steht ein 25 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot im Raum. Der Pharmakonzern Abbott dementierte aber, Interesse zu haben.

Kursanstieg am Rohstoffmarkt

Kräftig steigende Kurse verzeichnete auch der Rohstoffmarkt: Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich jeweils um rund zehn Prozent. Seit Monatsbeginn haben die Preise wegen der Sorge vor einer sinkenden Nachfrage aus China rund 18 Prozent nachgegeben. Händler rechneten langfristig mit weiter sinkenden Preisen - das Thema China sei noch nicht ausgestanden, sagte ein Börsen-Beobachter.

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(sda/gku)