Der US-Aktienmarkt ist am Montag mit sehr kräftigen Gewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Auftrieb kam laut Börsianern einerseits aus Europa, wo die Aussicht auf zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise bereits zu kräftigen Kursaufschlägen an den Börsen geführt haben. Andererseits wurde auf das am vergangenen Wochenende eingeläutete Weihnachtsgeschäft in den USA verwiesen, das sehr stark gestartet war. Die moderat schwächer als erwartet ausgefallenen Daten zu den Verkäufen neuer Häuser im November hatten hingegen so gut wie keinen Einfluss auf die Marktstimmung.

Der Dow Jones Industrial gewann im frühen Handel 2,87 Prozent auf 11’554 Punkte, nachdem er in der Vorwoche knapp fünf Prozent eingebüsst hatte. Der breiter gefasste S&P 500 legte um 3,26 Prozent auf 1196 Punkte zu. An der Nasdaq rückte der Composite um 3,54 Prozent auf 2528 Punkte vor. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 3,43 Prozent auf 2224 Punkte.

Das für den morgigen Dienstag anberaumte Treffen der Euro-Finanzminister, wo konkrete Schritte zur Steigerung der Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF diskutiert werden sollen, sorgte bereits in ganz Europa für sehr kräftige Gewinne im überverkauften Marktumfeld: So legten der Dax und der EuroStoxx 50 jeweils knapp fünf Prozent zu. Auch ein Pressebericht darüber, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) Italien mit einem umfangreichen Rettungspaket helfen könnte, trieb die Stimmung hoch. Experten verwiesen allerdings auf die begrenzten Ressourcen des IWF, die eine Stützung Italiens unwahrscheinlich machten.

Darüber hinaus gab es auch Erfreuliches aus den Vereinigten Staaten selbst: Der US-Handel war mit einem neuen Rekord in das Weihnachtsgeschäft gestartet.

Finanztitel mit grossen Gewinnen

Auftrieb erhielten zudem die Finanzwerte, nachdem die Stimmung für diese Aktien bereits in Europa wieder sehr gut war: Die Anteilsscheine von JPMorgan und der Bank of America stiegen im Dow um jeweils knapp fünf Prozent. Im S&P-100-Index gewannen Morgan Stanley mehr als acht Prozent, Citigroup knapp sieben und Goldman Sachs knapp fünf Prozent.

Die Aktien von AT&T stiegen um leicht unterdurchschnittliche 2,08 Prozent auf 27,98 US-Dollar. Der Telefonkonzern erwägt Insidern zufolge für die Übernahme der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile USA umfangreiche Zugeständnisse. So könnte sich AT&T von grossen Unternehmensteilen trennen, um die Zustimmung der Aufsichtsbehörden zu erreichen, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitagabend erfahren.

Ungeachtet einer Aufforderung des Bundeskartellamtschefs Andreas Mundt an die europäischen Wettbewerbsbehörde, die Marktmacht von Google zu überprüfen, rückten diese Titel im Nasdaq 100 um 4,12 Prozent auf 584,50 Dollar vor. Google habe in Deutschland einen 90-prozentigen Marktanteil im Suchmaschinenbereich, hatte Mundt in einem Bericht des Berliner «Tagesspiegels» argumentierte.

(rcv/awp)