Die Wall Street hat den Tag im Minus beendet. Grund waren hauptsächlich Quartalsberichte und schlechte Konjunkturdaten. Zudem sei der Markt vor dem zweiten, entscheidenden EU-Gipfel zur europäischen Schuldenkrise am morgigen Mittwoch extrem nervös, hiess es von Beobachtern. Für Unruhe sorgte eine Mitteilung aus Grossbritannien, dass das Treffen der EU-Finanzminister am Mittwoch entfalle. Das Gipfeltreffen der Regierungschefs finde aber wie geplant statt, hiess es hingegen von offizieller Seite.

Der Dow Jones Industrial beschleunigte in der letzten Handelsstunde seine Talfahrt und schloss 1,74 Prozent tiefer bei 11'706 Punkten. An den vergangenen zwei Börsentagen war der US-Leitindex noch auf den höchsten Stand seit Anfang August gestiegen. Der breiter gefasste S&P 500 gab am Dienstag um 2,00 Prozent auf 1229 Punkte nach. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 2,26 Prozent auf 2638 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 zeigte sich 2,04 Prozent schwächer bei 2336 Punkten.

3M am Dow-Ende

Beim Mischkonzern 3M liessen schwächer als erwartete Quartalszahlen und die daraufhin gesenkte Jahresumsatzprognose die Aktien um 6,25 Prozent auf 77,04 US-Dollar absacken. Damit belegten sie den letzten Platz im Dow.

Die Fluggesellschaft Delta Air Lines hatte zwar Umsatz und Gewinn steigern können und damit besser abgeschnitten als der direkte Rivale American Airlines . Von Händlern hiess es allerdings, wegen der derzeit hohen Kerosinkosten sei der Gewinn hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Entsprechend fielen die Aktien um 5,17 Prozent auf 8,44 Dollar.

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US Steel leiden unter Ausblick

Der Stahlkonzern US Steel hatte dank gestiegener Preise wieder einen Quartalsgewinn erwirtschaftet und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Für das vierte Quartal gab sich Unternehmenschef John Surma wegen der sich eintrübenden Konjunktur indes vorsichtig. Die Aktien büssten 9,57 Prozent auf 22,40 Dollar ein.

Beim Paketdienst United Parcel Service (UPS) monierten Händler das im dritten Quartal enttäuschende internationale Geschäft, so dass die Titel um 2,14 Prozent auf 69,35 Dollar nachgaben. Das starke heimische Geschäft und das bestätigte Gewinnziel halfen nur wenig. Die Aktien des Konkurrenten FedEx verloren moderatere 0,98 Prozent auf 80,72 Dollar.

TI sehr schwach

Schon am Vorabend nach Börsenschluss hatte Texas Instruments (TI) darüber geklagt, dass sich die Kunden mit Bestellungen zurückhielten. Entsprechend trübe sind die Aussichten für das laufende vierte Quartal, von dem sich einige Analysten etwas mehr versprochen hatten. Das Papier verlor 2,34 Prozent auf 30,95 Dollar.

Die Titel von DuPont konnten sich ungeachtet guter Zahlen nur anfangs gegen den negativen Trend behaupten: Sie schlossen 2,50 Prozent schwächer bei 44,94 Dollar. Der Chemiekonzern hatte nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr erneut leicht erhöht. Sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn je Aktie hatten die Ergebnisse die Erwartungen übertroffen.

First Solar brechen ein

Ein Führungswechsel liess die Aktien von First Solar um 25,33 Prozent auf 43,27 Dollar einbrechen. Beim weltgrössten Solarkonzern verantwortet der Gründer ab sofort auch das operative Geschäft. Mike Ahearn, der auch Verwaltungsratsvorsitzender ist, werde ab sofort vorübergehend die Position des Vorstandsvorsitzenden (CEO) übernehmen, teilte das Unternehmen mit. Ahearn löst Rob Gillette ab. Die Aktie der Online-Videothek Netflix stürzte sogar um 34,90 Prozent auf 77,37 Dollar ab, nachdem Zahlen bekannt geworden waren, denen zufolge dem Unternehmen die Kunden davonlaufen.

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