Pessimistische Äusserungen aus Deutschland zum EU-Gipfel haben die Anleger an den US-Börsen verunischert, so dass die Aktienkurse am Mittwoch zunächst auf Talfahrt gingen. Aus deutschen Regierungskreisen sei zu hören gewesen, dass auf dem EU-Gipfel nicht mit einem Durchbruch im Kampf gegen die Schuldenkrise der Eurozone gerechnet werden könne, hiess es von Marktteilnehmern.

Am Ende setzte sich die Hoffnung auf einen Durchbruch beim Gipfel doch durch und die New Yorker Börsen gingen leicht im Plus aus dem Handel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher bei 12'196 Punkten. Der Leitindex pendelte im Handelsverlauf zwischen 12'060 und 12'257 Zählern.

Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent auf 1261 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stagnierte bei 2649 Punkten. In Frankfurt war der Dax mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 5995 Zählern aus dem Handel gegangen.

Kurz vor dem Treffen zur Stabilisierung der Euro-Zone sei die Spannung hoch, ob sich Deutschland und Frankreich mit ihren Vorschlägen durchsetzen können, begründeten Händler die Zurückhaltung der Investoren.

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Caterpillar als Schlusslicht

Bankentitel reagierten uneinheitlich auf die Stimmungslage. Während JP Morgan mit mehr als 2 Prozent Gewinn Primus unter den Dow-Werten waren, konnten die Titel der Bank of America ebenfalls rund 2 Prozent zulegen. Goldman Sachs gewannen gar fast 4 Prozent. Allen voran aber schritten die Banker von Morgan Stanley : Die Aktien des Geldinstituts sprangen um 4,5 Prozent hoch.

Anteile der Citigroup hingegen standen wegen der unmittelbaren Folgen der Schuldenkrise lange Zeit unter Druck. Die US-Grossbank will in den kommenden Quartalen etwa 4500 Stellen streichen, wie Firmenchef Vikram Pandit am späten Dienstag auf einer Investorenkonferenz in New York angekündigt hatte. Die Papiere fielen am Mittwoch zwischenzeitlich um rund 1,5 Prozent, konnten aber schliesslich mit einem kleinen Plus aus dem Handel gehen.

Schlusslicht im Dow waren die Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar und von Kraft Foods mit 1 beziehungsweise einem 0,5 Prozent Verlust. Auch Boeing und Microsoft mussten geringe Verluste von weniger als einem 0,5 Prozent hinnehmen.

Buffett kauft Solarpark

First Solar legten hingegen um 4,5 Prozent zu. Die MidAmerican Energy Holding von Warren Buffett hatte angekündigt, das Topaz Solar Projekt des Unternehmens in Kalifornien zu übernehmen, das ein Projektvolumen von rund 2 Milliarden Dollar haben soll. Finanzierungsdetails wurden nicht bekannt gegeben.

Die Aktien der Modekette Men's Wearhouse sprangen um mehr als 19 Prozent nach oben. Das Geschäft mit Herrenanzügen läuft so gut, dass die Modekette für dieses Jahr mehr Gewinn erwartet als Analysten.

(tno/awp/sda)