Ein heisser Herbst steht den Finanzmärkten bevor. Und das nicht nur aufgrund des schwelenden Syrienkonflikts, der das Nervenkostüm der Anleger strapaziert. Auch die Statistik schürt Unruhe. Taucht im Kalender der September auf, geht die Angst unter Börsianern um. Nicht ohne Grund: Mit durchschnittlich minus 1,1 Prozent im Dow-Jones-Aktienindex seit 1869 ist der September der mit Abstand schlechteste Börsenmonat. Die Verlust-Wahrscheinlichkeit liegt bei beachtlichen 58 Prozent.

Es gab aber auch starke September-Monate wie 2010, als der Dow Jones über 7 Prozent avancierte. Doch selbst, wenn die Statistik nicht immer Recht hat, weist das saisonale Muster für die aktuelle Jahreszeit auf eher schwächere Märkte hin. Neben diesem Zahlenspiel gibt es auch eine Reihe fundamentaler Faktoren, die für Spannung sprechen.

Bundestagswahl und Syrien-Konflikt

Aus geldpolitischer Sicht sind die Augen auf die amerikanische Notenbank Fed gerichtet. Das Gros der Analysten geht nämlich davon aus, dass der Start des Ausstiegs aus dem Liquiditätsprogramm «QE3» bereits im September erfolgen wird. Nicht viel mehr Klarheit brachten die August-Arbeitsmarktdaten. Die mässigten Jobzahlen erhöhten die Wahrscheinlichkeit nicht, dass beim Fed-Treffen am 17./18. September der Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihenkaufprogramm eingeläutet wird. Dennoch geht die Mehrheit der Experten nach wie vor davon aus.

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Auch die bevorstehende Bundestagswahl in Deutschland sowie die zu erwartenden Auseinandersetzungen um die Anhebung der US- Schuldenobergrenze können die Investoren auf breiter Ebene zügeln. Nicht zu vergessen die drohende Eskalation in Syrien, die im Hintergrund schwelt. Während die Belastungsfaktoren zunehmen, fehlen auf der anderen Seite die nötigen Kaufimpulse: Die Berichtssaison ist vorbei, und eine klare Erholung des konjunkturellen Umfeldes – vor allem in den Schwellenländern – ist nicht ersichtlich.

Fazit: Angesichts der drohenden Herbststürme sollten Anleger das Nachrichtengeschehen genau verfolgen.

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